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US-BIP sinkt auf 1,6 Prozent – PCE-Inflation trifft Erwartungen

Die US-Wirtschaft wächst schwächer als gedacht, während die Inflation hartnäckig bleibt – Experten warnen vor Stagflation.

US-BIP sinkt auf 1,6 Prozent – PCE-Inflation trifft Erwartungen

Die US-Wirtschaft hat im ersten Quartal 2025 schwächer abgeschnitten als bislang angenommen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wuchs laut der zweiten Schätzung des Bureau of Economic Analysis nur mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von 1,6 Prozent – nach zuvor gemeldeten 2,0 Prozent. Ökonomen hatten erwartet, dass die Wachstumsrate unverändert bei 2,0 Prozent bleibt.

Die Abwärtskorrektur geht vor allem auf schwächere Lagerinvestitionen und geringere Konsumausgaben zurück. Gleichzeitig zeigte der viel beachtete PCE-Preisindex, dass der Inflationsdruck in den USA weiterhin spürbar ist – jedoch nicht stärker als befürchtet.

PCE-Inflation auf höchstem Stand seit Mai 2023

Der Preisindex für persönliche Konsumausgaben (PCE) – der bevorzugte Inflationsindikator der US-Notenbank Federal Reserve – stieg in den zwölf Monaten bis April um 3,8 Prozent. Das ist der stärkste Anstieg seit Mai 2023. Im März hatte die PCE-Inflation noch bei 3,5 Prozent gelegen. Auf Monatsbasis legte der Index im April um 0,4 Prozent zu, nach einem Anstieg von 0,7 Prozent im März.

Die sogenannte Kern-PCE-Inflation, die die volatilen Komponenten Nahrungsmittel und Energie ausklammert, stieg im Jahresvergleich um 3,3 Prozent, nach 3,2 Prozent im März. Im Monatsvergleich betrug der Anstieg 0,2 Prozent, nach 0,3 Prozent im Vormonat. Damit entsprachen die Zahlen weitgehend den Prognosen der von Reuters befragten Ökonomen.

Märkte reagieren verhalten – Stagflationsdebatte entfacht

Die US-Märkte eröffneten nach Veröffentlichung der Daten leicht im Minus. Der S&P 500 gab um 0,1 Prozent nach, der Nasdaq Composite verlor 0,3 Prozent. Die Renditen von US-Staatsanleihen blieben weitgehend stabil: Die zweijährige Rendite notierte bei 4,04 Prozent, die zehnjährige bei 4,48 Prozent. Der Dollar-Index schwächte sich leicht um 0,1 Prozent auf 99,16 ab.

Peter Cardillo, Chef-Marktökonom bei Spartan Capital Securities in New York, brachte die Lage auf den Punkt: „Was die Zahlen heute zeigen, ist schlichtweg, dass wir ein Stagflationsproblem haben. Und das ist ein großes Problem für die Fed. Wir haben ein Wachstum, das nicht besonders stark ist, und eine steigende Inflation. Das deutet darauf hin, dass eine Zinserhöhung der Fed eher zur Realität wird als eine Zinssenkung."

Experten sehen kein verändertes Narrativ

Angelo Kourkafas, Senior Global Investment Strategist bei Edward Jones in St. Louis, zeigte sich etwas gelassener: „Ich glaube nicht, dass die Daten das Narrativ verändert haben. Die PCE-Zahl war nicht so schlecht wie befürchtet. Sie dämpft die Erwartungen an Zinserhöhungen ein wenig." Kourkafas verwies zudem darauf, dass Ölpreise und intensive Ausgaben im Bereich Künstliche Intelligenz weiterhin Teil der Inflationsgeschichte seien.

Joel Kruger, Marktstratege bei der LMAX Group in London, interpretierte die Daten hingegen eher positiv: „Schwächere Kerninflationsdaten und schwächere Gesamtwachstumsdaten tragen zu einer Risk-on-Reaktion bei. Die Märkte lassen sich von Anzeichen beruhigen, dass der zugrunde liegende Preisdruck nachlassen könnte, ohne dass es zu einer nennenswerten Verschlechterung am Arbeitsmarkt kommt."

Für die Federal Reserve bleibt die Lage damit angespannt. Schwaches Wachstum bei gleichzeitig erhöhter Inflation schränkt den geldpolitischen Spielraum der Notenbank erheblich ein. Zinssenkungen rücken in weite Ferne, während Zinserhöhungen als Mittel gegen die Inflation das ohnehin schwächelnde Wachstum weiter belasten könnten.

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