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US-Berichtssaison startet: Banken setzen den Ton für Märkte

JPMorgan, Goldman Sachs und Co. eröffnen den Zahlenreigen – die Erwartungen der Analysten sind hoch.

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US-Berichtssaison startet: Banken setzen den Ton für Märkte

An der Börse werden Erwartungen gehandelt – doch am Ende sind es die tatsächlichen Unternehmensgewinne, die über Kursrichtungen entscheiden. Ein Unternehmen ohne nachhaltige Gewinne wird früher oder später scheitern, sein Aktienkurs gegen null fallen. Wer hingegen zuverlässig wächst, belohnt Aktionäre langfristig. Genau deshalb fiebern Investoren der Berichtssaison entgegen: Sie ist der Moment, in dem Erwartungen auf Realität treffen.

In dieser Woche fallen die Startschüsse für das zweite Quartal 2026. Während es in Deutschland noch vergleichsweise ruhig bleibt, übernehmen traditionell die großen US-Banken die Rolle der Vorreiter.

US-Banken eröffnen den Zahlenreigen

Am Dienstag legen JPMorgan, Goldman Sachs, Citigroup, Bank of America und Wells Fargo ihre Quartalsergebnisse vor. Am Mittwoch folgen Morgan Stanley sowie die Bank of New York Mellon. Für Vermögensverwalter Ortay Gelen von Axia Asset Management ist klar: Mit den Resultaten der Finanzinstitute entscheide sich, ob die Rekordstimmung der Anleger auf solider Substanz beruhe oder lediglich auf Zinsfantasie gebaut sei.

Die Messlatte liegt dabei hoch. Der Marktkonsens – also der Durchschnitt aller Analystenschätzungen – erwartet für die US-Banken ein Gewinnplus von gut zehn Prozent. Für den breiten S&P-500-Index sind die Erwartungen noch ambitionierter: Analysten trauen den amerikanischen Unternehmen insgesamt ein Gewinnwachstum von über 23 Prozent zu – getrieben vor allem durch den hohen Anteil an Technologiewerten.

Hohe Erwartungen, hohes Enttäuschungspotenzial

Marktanalyst Maximilian Wienke von der Handelsplattform eToro mahnt zur Vorsicht: „Selbst solide Quartalszahlen könnten Gewinnmitnahmen auslösen, wenn die positiven Überraschungen ausbleiben." Die Messlatte liege schlicht extrem hoch. Entscheidend dürften daher nicht nur die reinen Zahlen sein, sondern vor allem die Unternehmensausblicke auf die zweite Jahreshälfte.

Besonders im Fokus steht dabei das Thema Künstliche Intelligenz. Wienke betont: „Für die KI-Story rückt vor allem die Frage in den Mittelpunkt, wie weit die KI-Monetarisierung bereits fortgeschritten ist. Anleger wollen sehen, inwieweit sich die milliardenschweren KI-Investitionen auszahlen." Die Tech-Konzerne stehen damit unter besonderem Rechtfertigungsdruck.

DAX mit verhaltenen Erwartungen – Autobauer drücken den Schnitt

Für die europäischen Märkte fallen die Prognosen moderater aus. Für die 40 DAX-Unternehmen rechnen Analysten mit einem Gewinnwachstum von etwa fünf bis zwölf Prozent. Bremsend wirken dabei die gedämpften Erwartungen an die Automobilhersteller im deutschen Leitindex, die mit strukturellen Herausforderungen kämpfen.

Sollten die US-Banken liefern, könnte das dem DAX weiteren Rückenwind geben. Vergangene Woche hatte der deutsche Leitindex zeitweise einen historischen Höchststand von 25.908 Punkten markiert. Am frühen Nachmittag notiert der DAX aktuell rund 0,2 Prozent höher bei 25.118 Punkten – eine bemerkenswert gelassene Ausgangslage.

Zur Entspannung trägt auch bei, dass das US-Militär seine Angriffe auf iranische Stellungen vorerst für beendet erklärt hat, was geopolitische Risiken kurzfristig dämpft.

Europäische Highlights: ASML und Gerresheimer im Blick

Auch in Europa gibt es erste Quartalshighlights. Am Mittwoch veröffentlicht der niederländische Chipzulieferer ASML seine Ergebnisse – ein wichtiger Gradmesser für die Halbleiterbranche. In Deutschland legt bereits am Dienstag der Verpackungshersteller Gerresheimer seinen Quartalsbericht vor.

Zusätzliche Impulse könnten am Dienstag die US-Verbraucherpreisdaten liefern. Die Inflationszahlen dürften Hinweise auf den weiteren Zinskurs der US-Notenbank Fed geben – und damit auch die Stimmung an den globalen Aktienmärkten beeinflussen.

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