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US-Benzinpreise steigen nach Kämpfen zwischen USA und Iran

Erneute Konflikte in der Straße von Hormus treiben Rohölpreise auf den stärksten Wochenanstieg seit acht Wochen.

US-Benzinpreise steigen nach Kämpfen zwischen USA und Iran

US-Autofahrer spüren nach wochenlangen Rückgängen wieder steigende Benzinpreise an der Zapfsäule. Laut Daten des Automobilclubs AAA kletterten die durchschnittlichen Benzinpreise in der Woche bis Freitag um 6 Cent auf 3,88 US-Dollar pro Gallone. Das war der stärkste wöchentliche Anstieg seit Mitte Mai.

Auslöser ist eine erneute militärische Auseinandersetzung zwischen den USA und dem Iran um die strategisch bedeutsame Straße von Hormus. Die globale Rohöl-Benchmark Brent steuerte nach Angriffen auf mehrere Tanker auf einen Wochengewinn von rund 5,5 Prozent zu — der stärkste Wochenanstieg seit acht Wochen. Darauf folgten gegenseitige Angriffe sowie die Entscheidung Washingtons, eine Generallizenz zu widerrufen, die den Verkauf von iranischem Öl erlaubte.

„Die Benzinpreise haben parallel zur massiven Aufwärtsbewegung beim Rohöl angezogen, nachdem mehrere Tanker in der Straße von Hormus angegriffen wurden", sagte Alex Hodes, Direktor für Energiemarktstrategie beim Brokerhaus StoneX.

Straße von Hormus: Schlüsselroute für globale Energieversorgung

Die Straße von Hormus ist eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt. Vor Beginn des Konflikts am 28. Februar wurden über diesen Seeweg täglich rund 20 Prozent der weltweiten Öl- und Gaslieferungen abgewickelt. Die Ölströme durch die Meerenge liegen weiterhin deutlich unter dem Niveau vor dem Konflikt, was die Befürchtung schürt, dass selbst geringfügige Störungen erhebliche Auswirkungen auf die globalen Kraftstoffmärkte haben könnten.

Neben den geopolitischen Spannungen belasten auch Störungen im globalen Raffineriesystem das Kraftstoffangebot. Hodes verwies auf ungeplante Raffinerieausfälle sowohl in Russland als auch in den USA. In den USA sind unter anderem die Raffinerie von Marathon Petroleum in Detroit mit einer Kapazität von 146.000 Barrel pro Tag sowie die Raffinerie von Delta in Trainer (Pennsylvania) mit 190.000 Barrel pro Tag betroffen.

Russlands Raffineriesektor wurde durch wiederholte Angriffe ebenfalls stark beeinträchtigt. Die russische Produktion von Benzin, Diesel, Kerosin und Heizöl wurde laut Tom Kloza, Chef-Energieberater bei Gulf Oil, erheblich reduziert, wobei viele Monate Stillstand bevorstehen. Moskau hat die Dieselexporte gedrosselt und die Benzinimporte erhöht, was das globale Kraftstoffangebot weiter verknappt.

US-Benzinvorräte weit unter Fünfjahresdurchschnitt

Die angespannte Versorgungslage spiegelt sich in den US-Lagerbeständen wider. Die Benzinvorräte fielen in der vergangenen Woche um 1,9 Millionen Barrel auf 212,1 Millionen Barrel, wie die US-Energiebehörde EIA mitteilte. Damit liegen die Bestände fast 10 Millionen Barrel unter dem Fünfjahresdurchschnitt.

Besonders angespannt ist die Lage an der US-Golfküste, wo der Großteil des landesweiten Angebots an raffinierten Produkten hergestellt wird. Die dortigen Vorräte fielen auf 76,4 Millionen Barrel — deutlich unter dem Fünfjahresdurchschnitt von 82,3 Millionen Barrel, wie Denton Cinquegrana, Chef-Ölanalyst bei Dow Jones Energy, erläuterte.

Gleichzeitig profitieren US-Raffinerien von der Situation auf dem Weltmarkt: Da Lieferungen aus dem Nahen Osten und Russland weggefallen sind, können sie als Ersatzlieferanten höhere Margen erzielen. Die US-Exporte von Erdölprodukten erreichten in der Woche bis zum 3. Juli mit 8,7 Millionen Barrel pro Tag einen Wochenrekord, wie EIA-Daten zeigten.

Politischer Druck auf Trump wächst

Die hartnäckig hohen Benzinpreise sind für US-Präsident Donald Trump zu einem politischen Problem geworden. Mitten in der Sommerreisesaison, die traditionell den Benzinverbrauch ankurbelt, kämpft seine Republikanische Partei darum, ihre knappen Mehrheiten im US-Kongress bei den Zwischenwahlen im November zu verteidigen. Trump warf den Ölkonzernen jüngst Preiswucher vor.

Die Regierung hat das US-Justizministerium aufgefordert, möglichen Preiswucher bei Benzin zu untersuchen. Zudem wurde eine neue Initiative zur Preissenkung gestartet, die an einigen Standorten in Pennsylvania und New Jersey vergünstigtes Benzin anbietet.

Wie es kurzfristig weitergeht, bleibt ungewiss. „Es scheint, dass die Preise hier kurzfristig größtenteils auf- und abwärts tendieren werden", sagte Cinquegrana.

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