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US-Behörden ermitteln wegen Insiderhandel auf Prognosemärkten

CFTC und Justizministerium fordern Daten von Kalshi und Polymarket – ein Soldat soll 400.000 Dollar mit Geheimwissen verdient haben.

US-Behörden ermitteln wegen Insiderhandel auf Prognosemärkten

Bundesstaatsanwälte und Regulierungsbehörden in den USA gehen gegen verdächtige Wetten auf politischen Prognosemärkten vor. Wie das Wall Street Journal am Samstag berichtete, fordern die Commodity Futures Trading Commission (CFTC) und das Justizministerium Informationen von führenden Plattformen wie Kalshi und Polymarket an. Auslöser sind auffällige Wettmuster rund um politische Ereignisse, neue Gesetze und US-Militäroperationen.

Der Fall zeigt, wie ernst die Behörden die Lage einschätzen. Ein besonders drastisches Beispiel: Die Behörden nahmen Gannon Ken Van Dyke fest, einen Soldaten der US-Spezialeinheiten. Er soll vertrauliche militärische Briefings genutzt haben, um auf der Plattform Polymarket rund 400.000 US-Dollar zu erzielen – mit Wetten darauf, dass der venezolanische Staatschef Nicolás Maduro gestürzt würde.

Verdächtige Wetten kurz vor Trump-Ankündigung

Zusätzlich untersuchen Ermittler einen sprunghaften Anstieg von Öl-Wetten, die nur wenige Minuten vor einer Ankündigung von Präsident Trump platziert wurden. Trump hatte erklärt, Militärschläge gegen den Iran zu verschieben – eine Nachricht, die starke Schwankungen an den Energie- und Aktienmärkten auslöste. Der zeitliche Zusammenhang zwischen den Wetten und der Ankündigung weckt den Verdacht, dass Insider vorab informiert waren.

Die Durchsetzungsinitiative verdeutlicht, dass die Regulierungsbehörden versuchen, mit der wachsenden Flut an Geldern Schritt zu halten, die auf politische Volatilität abzielen. Das schnelle Wachstum der Prognosemarkt-Plattformen hat dabei erhebliche Spannungen hinsichtlich gängiger Finanzregeln erzeugt.

Regulatorische Lücken bei Kalshi und Polymarket

Die beiden größten Plattformen unterscheiden sich deutlich in ihrer regulatorischen Aufstellung. Kalshi wird von der CFTC reguliert und erfasst grundlegende Identitätsdaten der Nutzer – fragt jedoch nicht nach dem Arbeitgeber. Polymarket hingegen hat seinen Sitz im Ausland und verifiziert die Identität der Nutzer überhaupt nicht. Stattdessen verlässt sich die Plattform auf öffentliche Blockchain-Aufzeichnungen, um ungewöhnliche Handelsaktivitäten zu erkennen.

Diese mangelnde Dokumentation stieß auf scharfe Kritik. Der US-Staatsanwalt von Manhattan, Jay Clayton, äußerte sich auf einer Finanzveranstaltung unmissverständlich: „Wenn sie so funktionieren wollen, dass die Gesellschaft Vertrauen in sie haben kann, werden sie meiner Meinung nach diese Aufzeichnungspflichten erfüllen müssen."

Neue Rechtsfragen rund um Insiderhandel

Der Nachweis von Insiderhandel auf Prognosemärkten gestaltet sich juristisch schwierig. Die geltenden Gesetze wurden für Unternehmensaktien verfasst – nicht für Wetten auf Regierungshandeln. Dennoch signalisieren die Regulierungsbehörden klar, dass weitere Fälle folgen werden.

David Miller, Leiter der CFTC-Strafverfolgungsabteilung, warnte in einer Rede an der George Washington University Law School: „Leider ist dies, wie man weiß, zu einem echten Problem auf den Prognosemärkten geworden. Es hat schwerwiegende Folgen für die Marktintegrität und das Vertrauen." Die Behörden stehen damit vor der Herausforderung, einen rechtlichen Rahmen für eine völlig neue Art von Finanzmarkt zu schaffen – einen, der politische Ereignisse direkt handelbar macht.

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