US-Arbeitsmarktbericht März: 59.000 neue Stellen erwartet
Am Freitag veröffentlicht das Bureau of Labor Statistics die Märzdaten – bei geschlossenen Aktienmärkten wegen Karfreitag.
Der US-Arbeitsmarktbericht für März erscheint am Freitag um 14:30 Uhr MEZ – und die Erwartungen sind gedämpft. Ökonomen prognostizieren einen Beschäftigungszuwachs von lediglich 59.000 Stellen außerhalb der Landwirtschaft (Non-Farm Payrolls). Die Arbeitslosenquote soll stabil bei 4,4 Prozent bleiben.
Die Veröffentlichung fällt auf einen ungewöhnlichen Termin: Da Karfreitag an den US-Aktienmärkten ein Feiertag ist, bleiben die Börsen geschlossen. Anleger und Analysten werden die Daten dennoch aufmerksam verfolgen – der Bericht gilt als wichtiger Gradmesser für den Zustand der weltgrößten Volkswirtschaft.
Niedriges Wachstum reicht inzwischen aus
Die Messlatte für einen gesunden Arbeitsmarkt liegt heute deutlich tiefer als noch vor einigen Jahren. Einwanderungsbeschränkungen, der demografische Wandel und geopolitische Unsicherheiten haben das Bild verändert. Unternehmen sind weder bereit, massiv einzustellen, noch in großem Stil zu entlassen – der Arbeitsmarkt stagniert auf niedrigem Niveau.
Die St. Louis Fed hat ihre Schätzung für das sogenannte Break-Even-Niveau beim Beschäftigungswachstum drastisch nach unten revidiert. Demnach könnten bereits 15.000 neue Stellen pro Monat ausreichen, um die Arbeitslosenquote stabil zu halten – die Obergrenze liegt bei 87.000. Zum Vergleich: Im April 2025 lag diese Schätzung noch bei 153.000 Stellen.
Das bedeutet: Der schwache Beschäftigungsaufbau ist weniger besorgniserregend als er auf den ersten Blick wirkt. Trotz des verhaltenen Wachstums liegt die aktuelle Arbeitslosenquote von 4,4 Prozent nur 0,2 Prozentpunkte über dem Vorjahreswert. Fed-Chef Jerome Powell und andere Notenbanker setzen die Arbeitslosenquote daher als zentralen Stabilitätsindikator ein.
Rezessionsrisiko bleibt im Blick
Nicht alle Ökonomen teilen diesen optimistischen Blick. Goldman Sachs, Moody's Analytics und andere Wall-Street-Häuser haben ihre Rezessionswahrscheinlichkeit für die nächsten zwölf Monate zuletzt erhöht. Sie verweisen auf ein sich abkühlendes Beschäftigungsbild und steigende Energiekosten als Risikofaktoren.
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseBesorgniserregend ist zudem ein aktueller BLS-Datenpunkt: Die Einstellungsrate als Anteil an der Erwerbsbevölkerung sank auf 3,1 Prozent – den niedrigsten Stand seit der Corona-Rezession 2020 und vor dieser seit Januar 2011. Dieser Wert signalisiert, dass Unternehmen beim Neueinstellungen zunehmend zurückhaltend agieren.
Der schwache Februarbericht, der sogar Stellenverluste auswies, habe jedoch keine Rezessionspanik ausgelöst, betonen Analysten. Entscheidend für die Märkte bleibt nun, ob der Märzbericht eine Stabilisierung oder eine weitere Eintrübung des US-Arbeitsmarktes signalisiert.


