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US-Arbeitsmarktbericht Juli: Drei zentrale Erkenntnisse für Anleger

Die Juli-Jobdaten aus den USA senden gemischte Signale – was Anleger und die Fed daraus ableiten sollten.

US-Arbeitsmarktbericht Juli: Drei zentrale Erkenntnisse für Anleger

Die US-Beschäftigtenzahlen außerhalb der Landwirtschaft sind im Juli unerwartet gesunken – und gleichzeitig ging die Arbeitslosenquote zurück. Dieser scheinbare Widerspruch hinterlässt Anleger mit gemischten Signalen und wirft grundlegende Fragen über den Zustand des amerikanischen Arbeitsmarktes auf.

Irreführende Schlagzahlen

Der Rückgang der Gesamtbeschäftigung um 23.000 Stellen war nicht ganz so alarmierend, wie er auf den ersten Blick wirkt. Der Haupttreiber der negativen Schlagzeile war der Wegfall von 53.000 Stellen im öffentlichen Dienst – ein Rückgang, den Ökonomen weitgehend auf saisonale Faktoren zurückführen, die später revidiert werden könnten. Der Privatsektor legte hingegen tatsächlich um 30.000 Stellen zu.

Auch das Sinken der Arbeitslosenquote auf 4,1 Prozent war bei weitem nicht so positiv, wie es zunächst erscheint. Der Rückgang ist nämlich auf einen erneuten Rückgang der Zahl der Erwerbstätigen und aktiv Jobsuchenden zurückzuführen – nicht auf eine tatsächliche Verbesserung der Beschäftigungslage. Kevin Gordon, Leiter Makro-Research und Strategie am Schwab Center for Financial Research, brachte es treffend auf den Punkt: „Dieser Bericht gleicht einem Spiegelkabinett, das Anleger mit unterschiedlichen Signalen darüber täuscht, ob die Erholung des Arbeitsmarktes ins Stocken gerät."

Die schwindende Erwerbsbevölkerung

Ein besonders besorgniserregendes Signal liefert die sinkende Partizipationsrate, also der Anteil der Bevölkerung, der am Arbeitsmarkt aktiv teilnimmt. Sie fiel im Juli leicht auf 61,4 Prozent. Allein in diesem Jahr ist sie bereits um 0,7 Prozentpunkte gesunken, da fast 1,4 Millionen Menschen den Arbeitsmarkt verlassen haben.

Diese Entwicklung verändert grundlegend die Dynamik, nach der Entscheidungsträger den Arbeitsmarkt bewerten. Eine Arbeitslosenquote von 4,1 Prozent wirkt deutlich weniger beeindruckend, wenn die Partizipationsrate – abgesehen von der Covid-Ära – auf dem niedrigsten Stand seit 50 Jahren liegt. Peter Graf, Chief Investment Officer bei Amova Asset Management Americas, warnte: „Obwohl der Aktienmarkt die taubenhaften Implikationen des Berichts wahrscheinlich begrüßen wird, sollten Anleger gegenüber dem künftigen Wachstumspotenzial einer Wirtschaft skeptisch sein, in der immer weniger Menschen arbeiten."

Wohin steuert die Fed?

Die Märkte reagierten auf den Bericht, indem sie eine Zinserhöhung im September vorerst vom Tisch nahmen. Doch Experten mahnen zur Vorsicht. Die Währungshüter der US-Notenbank könnten der niedrigeren Arbeitslosenquote mehr Gewicht beimessen und diese als Zeichen eines relativ stabilen Arbeitsmarktes werten.

Ein gemeinsames Thema in den Kommentaren der Wall Street nach dem Bericht war, dass die Fed-Vertreter die Jobdaten wahrscheinlich schnell beiseitelegen und ihren Fokus auf den Verbraucherpreisindex (CPI) richten werden, der am darauffolgenden Mittwoch veröffentlicht wird. Aditya Bhave, US-Ökonom bei der Bank of America, erklärte: „Wir stimmen zu, dass der Arbeitsmarktbericht für Juli unter dem Strich eher taubenhaft ausfiel. Wir bleiben jedoch bei unserer Prognose, dass die Fed die Zinsen in diesem Jahr um 75 Basispunkte anheben wird, beginnend im September. Die Fed wird sich voraussichtlich weiterhin stärker auf die Inflation als auf den Arbeitsmarkt konzentrieren. Der Verbraucherpreisindex-Bericht für Juli ist ein bedeutenderes Ereignis als die heutigen Arbeitsmarktzahlen."

Für deutsche Anleger mit US-Engagements bleibt die Botschaft klar: Der Juli-Arbeitsmarktbericht allein liefert keine eindeutige Richtungsvorgabe für die Fed-Politik. Entscheidend wird sein, wie sich die Inflationsdaten entwickeln – und ob die schwindende Erwerbsbeteiligung ein strukturelles Problem oder ein vorübergehendes Rauschen darstellt.

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