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US-Arbeitsmarktbericht: Droht der Fed eine Zinserhöhung im dritten Quartal?

Der NFP-Bericht für Juni erscheint am 2. Juli – Händler sehen 30% Chance auf eine Fed-Zinserhöhung noch im dritten Quartal.

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US-Arbeitsmarktbericht: Droht der Fed eine Zinserhöhung im dritten Quartal?

Der mit Spannung erwartete US-Arbeitsmarktbericht (Non-Farm Payrolls, NFP) für Juni wird am Donnerstag, dem 2. Juli, um 14:30 Uhr mitteleuropäischer Zeit veröffentlicht. Ökonomen und Händler erwarten die Schaffung von netto 114.000 neuen Stellen in den USA. Gleichzeitig sollen die durchschnittlichen Stundenlöhne um 0,3 % im Monatsvergleich – entsprechend 3,5 % im Jahresvergleich – gestiegen sein, während die Arbeitslosenquote (U3) bei 4,3 % verharren dürfte.

Die Bedeutung dieses Berichts geht weit über die bloßen Beschäftigungszahlen hinaus. Da die Inflation in den USA weiterhin deutlich über dem Zielwert der Federal Reserve von 2 % liegt, preisen Händler bereits eine weitere Zinserhöhung durch die US-Notenbank ein. Das FedWatch-Tool der CME Group weist derzeit eine Wahrscheinlichkeit von rund 30 % für einen solchen Schritt noch im laufenden Quartal aus – ein bemerkenswerter Wert, der den Druck auf den kommenden Bericht erhöht.

Hintergrund dieser Erwartungshaltung ist auch das Auftreten des neuen FOMC-Vorsitzenden Kevin Warsh. Warsh hatte bei seiner ersten FOMC-Sitzung einen vergleichsweise restriktiven Ton angeschlagen, was Spekulationen über eine baldige Zinserhöhung befeuerte. Auf der EZB-Jahrestagung in Sintra äußerte er sich zudem zu den Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz auf den Arbeitsmarkt und bezeichnete diese als „noch ungewiss".

Bisherige NFP-Daten zeigen Widerstandsfähigkeit

Die Arbeitsmarktdaten haben sich im bisherigen Jahresverlauf als robust erwiesen. Vier der ersten fünf monatlichen NFP-Berichte 2025 übertrafen die Erwartungen der Analysten. Im Durchschnitt wurden bislang +82.000 neue Stellen pro Monat geschaffen. Vor diesem Hintergrund rechnen Marktteilnehmer auch für Juni mit einem soliden Ergebnis: stabiles Beschäftigungswachstum, eine unveränderte Arbeitslosenquote und moderate Lohnsteigerungen.

Interne Modelle und historisch zuverlässige Frühindikatoren deuten darauf hin, dass der Junibericht die Konsenserwartungen übertreffen könnte. Das Stellenwachstum wird im Bereich von 125.000 bis 175.000 neuen Jobs gesehen. Allerdings weisen Analysten ausdrücklich auf die hohe Unsicherheit hin, die aus begrenzten Rücklaufquoten bei den Erhebungen resultiert. Monatliche Schwankungen sind bei diesem Bericht bekanntermaßen schwer vorherzusagen.

Ein wichtiger Hinweis für die Interpretation: Aufgrund der Besonderheiten des diesmonatigen Wirtschaftskalenders wird der ISM-Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor – ein weiterer wichtiger Frühindikator – erst nach dem NFP-Bericht veröffentlicht. Das schränkt die Vorhersagegenauigkeit zusätzlich ein.

US-Dollar auf 14-Monats-Hoch – Marktreaktion im Fokus

Neben den reinen Beschäftigungszahlen rückt auch die Reaktion des US-Dollars in den Mittelpunkt. Der US-Dollar-Index (DXY) hat zuletzt über die Schlüsselmarke von 100,50 ausgebrochen und damit ein 14-Monats-Hoch erreicht. Technisch bestätigt dies den übergeordneten Aufwärtstrend.

Sollte der NFP-Bericht die Erwartungen übertreffen, könnten Händler eine Fed-Zinserhöhung im dritten Quartal ernsthafter einpreisen. In diesem Szenario wäre eine Fortsetzung des Dollar-Anstiegs in Richtung des Mai-2025-Hochs bei 102,00 möglich. Umgekehrt würde ein schwacher Arbeitsmarktbericht Zinserhöhungserwartungen nach hinten verschieben und den Greenback kurzfristig belasten.

Die mittelfristige bullishe Struktur des Dollar-Index bliebe jedoch intakt, solange das Ausbruchsniveau bei 100,50 als Unterstützung hält. Für Anleger und Devisenhändler sind neben dem Stellenwachstum auch die Lohnentwicklung und die Arbeitslosenquote entscheidende Größen, die die Marktreaktion maßgeblich mitbestimmen werden.

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