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US-Arbeitsmarkt trotzt Iran-Krieg mit 115.000 neuen Stellen im April

Trotz massivem Energiepreisschock durch den Iran-Krieg überraschte der US-Jobmarkt im April positiv – Arbeitslosenquote stabil bei 4,3 Prozent.

US-Arbeitsmarkt trotzt Iran-Krieg mit 115.000 neuen Stellen im April

Die US-Wirtschaft hat im April 115.000 neue Arbeitsplätze geschaffen und damit die Erwartungen der Ökonomen deutlich übertroffen. Analysten hatten laut einer Umfrage von Dow Jones lediglich mit einem Zuwachs von 55.000 Stellen gerechnet. Die Arbeitslosenquote blieb unverändert bei 4,3 Prozent – genau wie prognostiziert. Der Bericht des Bureau of Labor Statistics (BLS) zeigt damit eine bemerkenswerte Widerstandsfähigkeit des amerikanischen Arbeitsmarkts.

Der Jobmarkt-Report erscheint in einem wirtschaftlich angespannten Umfeld: Seit Beginn des US-Krieges mit dem Iran Ende Februar sind die Ölpreise um mehr als 50 Prozent gestiegen. Die durchschnittlichen Benzinpreise im Einzelhandel liegen mittlerweile bei über 4,55 US-Dollar pro Gallone – ebenfalls ein Anstieg von rund 50 Prozent seit Kriegsbeginn. Der Verbraucherpreisindex für März hatte bereits einen Inflationsanstieg auf 3,3 Prozent ausgewiesen.

Lohnwachstum bleibt robust

Trotz des Inflationsdrucks durch den Energiepreisschock hielten die durchschnittlichen Stundenlöhne im April ein starkes Wachstumstempo von 3,6 Prozent im Jahresvergleich. Für die US-Notenbank Federal Reserve ist dies ein wichtiges Signal. „Ein stärkeres Beschäftigungswachstum bei stabiler Arbeitslosigkeit und begrenztem Lohndruck ist genau das, was die Fed sehen will", kommentierte Eric Merlis, Co-Leiter der globalen Märkte bei Citizens Financial.

Merlis zeigte sich insgesamt positiv überrascht: „Der Arbeitsmarktbericht für April ist eine klare positive Überraschung und zeigt, dass der Arbeitsmarkt widerstandsfähig bleibt." Er ergänzte, dass die Daten darauf hindeuten, dass die Feindseligkeiten im Nahen Osten „kaum sichtbare Auswirkungen auf den US-Arbeitsmarkt hatten".

Der Bericht enthielt zudem Revisionen für die Vormonate. Die Beschäftigungszahl für Februar wurde um 23.000 auf minus 156.000 Stellen nach unten korrigiert. Der März-Wert hingegen wurde um 7.000 auf ein Plus von 178.000 Stellen nach oben revidiert.

Gesundheitssektor als wichtigster Wachstumstreiber

Auf Branchenebene führte der Gesundheitssektor das Beschäftigungswachstum erneut an. Er schuf 37.000 neue Stellen – ein Wert, der leicht über dem durchschnittlichen monatlichen Zuwachs von 32.000 der vergangenen zwölf Monate liegt. Auch Transport und Lagerhaltung verzeichneten mit 30.000 neuen Stellen deutliche Zuwächse, der Einzelhandel gewann 22.000 Arbeitsplätze hinzu.

Das Gesamtbild war jedoch nicht ausschließlich positiv. Die Zahl der Personen, die aus wirtschaftlichen Gründen in Teilzeit beschäftigt sind, stieg im April um 445.000 auf 4,9 Millionen. Diese Arbeitnehmer hätten laut BLS eine Vollzeitbeschäftigung bevorzugt, arbeiteten jedoch in Teilzeit, weil ihre Stunden reduziert wurden oder sie keine Vollzeitstelle finden konnten. Zudem verlor der Informationstechnologiesektor 13.000 Stellen.

In anderen wichtigen Branchen – darunter Bergbau, Baugewerbe, verarbeitendes Gewerbe, Finanzdienstleistungen sowie Freizeit und Gastgewerbe – veränderte sich die Beschäftigungslage laut BLS im Laufe des Monats kaum. Für deutsche Anleger und Beobachter bleibt der US-Arbeitsmarkt damit ein stabilisierender Faktor in einem geopolitisch und wirtschaftlich turbulenten Umfeld.

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