US-Arbeitsmarkt März: Breiter Stellenaufbau entlastet die Federal Reserve
Der März-Jobbericht zeigt sektorübergreifendes Beschäftigungswachstum – und nimmt der Fed unmittelbaren Druck für Zinssenkungen.

Der US-Arbeitsmarktbericht für März hat überraschend positive Signale gesendet: Die Vereinigten Staaten bauten Stellen nicht nur in einzelnen Branchen, sondern sektorübergreifend auf. Das verarbeitende Gewerbe verzeichnete ein Plus von 15.000 Arbeitsplätzen – der höchste Zuwachs seit November 2023, als die Fabriken 22.000 neue Stellen schufen. Hinzu kamen Beschäftigungsgewinne im Baugewerbe, im Gastgewerbe sowie im Transportwesen.
Besonders beachtenswert: Die Arbeitslosenquote unter der schwarzen Bevölkerung sank von 7,7 % auf 7,1 %. Dieser Wert gilt in den USA als Frühindikator für breitere Schwächen am Arbeitsmarkt – ein Rückgang ist daher ein positives Signal für die Gesamtentwicklung.
Fed-Vertreter sehen Entwarnung – aber keine Kehrtwende
Zuvor hatten Vertreter der US-Notenbank Federal Reserve zwei Probleme gleichzeitig beschäftigt: schwaches Beschäftigungswachstum und eine zu starke Konzentration der neuen Stellen im Gesundheitswesen. Diese Einseitigkeit schürte die Sorge, dass weite Teile der Wirtschaft schwächeln könnten. Der März-Bericht zerstreut diese Bedenken zumindest teilweise.
Gouverneur Christopher Waller hatte seine Haltung zu weiteren Zinssenkungen eng an die Entwicklung der Neueinstellungen geknüpft. Bill Adams, Chefökonom für die USA bei der Fifth Third Commercial Bank, kommentierte die Daten nüchtern: „Es bedürfte einer großen Überraschung, um sie zu einer sofortigen Zinssenkung zu bewegen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass sie zumindest für die nächsten ein oder zwei Entscheidungen pausieren werden."
Die Märkte reagierten entsprechend: Die Renditen von US-Staatsanleihen stiegen in einer verkürzten Feiertagssitzung am Karfreitag nach Veröffentlichung der Daten. Die US-Aktienmärkte blieben aufgrund des Feiertags geschlossen. Zinsfutures preisen derzeit nahezu keine Chance ein, dass die Fed die Zinsen aus der aktuellen Spanne von 3,5 % bis 3,75 % senken wird.
Iran-Krieg verändert die geldpolitische Kalkulation
Die geldpolitische Lage in den USA ist durch einen weiteren Faktor kompliziert worden: Seit dem 28. Februar bombardieren die USA den Iran. Der daraus resultierende Konflikt treibt die weltweiten Ölpreise um mehr als 50 % in die Höhe und hat die ursprünglichen Zinssenkungserwartungen der Märkte vollständig auf den Kopf gestellt. Zeitweise rechneten die Märkte sogar mit Zinserhöhungen, bevor sie sich auf die aktuelle Einschätzung einer längeren Zinspause einstellten.
Die Fed steht nun vor einer schwierigen Abwägung: Sie beobachtet, ob die steigenden Energiekosten einen größeren Schock für die Inflation oder – falls Unternehmen und Haushalte ihre Ausgaben einschränken – für das Wirtschaftswachstum bedeuten. Trumps Wunschkandidat für die Powell-Nachfolge, Kevin Warsh, dürfte diese Abwägung im weiteren Jahresverlauf prägen. Trump drängt seit seiner Rückkehr ins Amt bekanntlich auf Zinssenkungen.
Stundenlöhne im Zielbereich der Fed
Die Stundenlöhne stiegen im März mit einer Jahresrate von 3,5 % – ein Wert, den Fed-Vertreter als weitgehend vereinbar mit ihrem Inflationsziel von 2 % betrachten. Dieser Befund stützt die These, dass der Arbeitsmarkt stabil, aber nicht überhitzt ist.
Gleichzeitig sank die Zahl der Erwerbspersonen um rund 400.000 auf 170 Millionen – den niedrigsten Stand seit Trumps Rückkehr ins Amt und der Einführung einer strengen Einwanderungspolitik. Dennoch fanden Unternehmen neue Mitarbeiter: Die Zahl der Arbeitslosen sank um mehr als 300.000, und Daten des Bureau of Labor Statistics zeigen, dass die Zahl der Personen, die direkt aus der Nichterwerbstätigkeit in eine Beschäftigung wechselten, von Februar auf März um 140.000 stieg.
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Zur AktienanalyseDie Gesamtarbeitslosenquote sank von 4,4 % im Vormonat auf 4,3 % und bewegt sich damit weiterhin in der Spanne von 4,0 % bis 4,5 %, in der sie sich seit Juni 2024 befindet.
Bericht liefert keine Antworten auf künftige Risiken
Analysten mahnen zur Vorsicht bei der Interpretation der Daten. Die Umfragen für den März-Bericht dürften die Veränderungen bei Einstellungen oder Ausgaben, die durch den Iran-Konflikt ausgelöst wurden, noch nicht vollständig widerspiegeln. Die Inflationsdaten für März werden am kommenden Freitag veröffentlicht – ein weiterer wichtiger Orientierungspunkt vor der Fed-Sitzung am 28. und 29. April.
Jamie Cox, geschäftsführender Partner der Harris Financial Group, fasste die Lage treffend zusammen: „Der US-Arbeitsmarkt erweist sich weiterhin als widerstandsfähig und trotzt selbst den schärfsten Skeptikern. Die schlechte Nachricht ist: Wenn der Arbeitsmarkt so stabil bleibt, wird es sehr schwierig sein, weitere Zinssenkungen zu rechtfertigen."


