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US-Arbeitsmarkt im März: 178.000 neue Stellen übertreffen Erwartungen deutlich

Der amerikanische Arbeitsmarkt hat sich im März erholt und die Konsensprognose von 59.000 Stellen weit übertroffen.

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Der US-Arbeitsmarkt hat im März eine überraschend starke Erholung gezeigt. Die Beschäftigung außerhalb der Landwirtschaft stieg saisonbereinigt um 178.000 Stellen – ein deutliches Plus gegenüber dem revidierten Rückgang von 133.000 im Februar. Die Konsensprognose von Dow Jones hatte lediglich 59.000 neue Stellen vorhergesagt, wie das Bureau of Labor Statistics (BLS) am Freitag mitteilte.

Die Revisionen der Vormonate liefern ein gemischtes Bild: Der Februar-Wert wurde um 41.000 nach unten korrigiert, während der Januar-Wert um 34.000 auf 160.000 Stellen nach oben revidiert wurde. Der daraus resultierende Dreimonatsdurchschnitt liegt bei rund 68.000 Stellen – ein Zeichen dafür, dass der US-Arbeitsmarkt insgesamt moderat wächst, aber kein Boomjahr erlebt.

Gesundheitswesen als wichtigster Wachstumstreiber

Wie schon in den vergangenen Monaten war das Gesundheitswesen der stärkste Motor des Stellenaufbaus. Der Sektor schuf insgesamt 76.000 neue Arbeitsplätze. Davon entfielen allein 54.000 auf ambulante Gesundheitsdienste – 35.000 davon gehen auf die Rückkehr streikender Mitarbeiter des Gesundheitsdienstleisters Kaiser Permanente zurück, der im Februar die Branchendaten belastet hatte.

Auch das Baugewerbe legte mit einem Plus von 26.000 Stellen solide zu. Transport und Lagerhaltung verbuchten einen Zuwachs von 21.000 Jobs. Auf der Verlustseite standen die Bundesbehörden mit einem Minus von 18.000 Stellen sowie der Finanzdienstleistungssektor, der 15.000 Stellen einbüßte.

Die Arbeitslosenquote sank im März leicht auf 4,3 Prozent. Allerdings ist dieser Rückgang mit Vorsicht zu genießen: Er ist weitgehend auf einen starken Rückgang der Erwerbsbevölkerung um 396.000 Personen zurückzuführen. Die Erwerbsquote – also der Anteil der Amerikaner im erwerbsfähigen Alter, die dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen – fiel auf 61,9 Prozent, den niedrigsten Stand seit November 2021.

Löhne wachsen schwächer als erwartet

Auch bei den Löhnen blieb der Bericht hinter den Erwartungen zurück. Die durchschnittlichen Stundenlöhne stiegen im Monatsvergleich um lediglich 0,2 Prozent und im Jahresvergleich um 3,5 Prozent. Ökonomen hatten mit monatlich 0,3 Prozent und jährlich 3,7 Prozent gerechnet. Das jährliche Lohnwachstum war damit das schwächste seit Mai 2021 – ein Signal, das die Inflationssorgen etwas dämpfen dürfte.

Die durchschnittliche Wochenarbeitszeit sank auf 34,2 Stunden, ein Rückgang von einem Zehntel gegenüber Februar. Eine alternative Arbeitslosenquote, die auch entmutigte Arbeitssuchende und unfreiwillig Teilzeitbeschäftigte einschließt, stieg leicht auf 8,0 Prozent. Die Langzeitarbeitslosigkeit blieb auf erhöhtem Niveau, obwohl die durchschnittliche Dauer der Arbeitslosigkeit auf 25,3 Wochen sank.

Marktreaktion und Einordnung

Die US-Börsen blieben wegen des Karfreitags geschlossen. Aktien-Futures notierten nach Veröffentlichung des Berichts leicht im Minus. Der Rentenmarkt setzte den Handel fort, wobei die Renditen von US-Staatsanleihen vor einem frühen Handelsschluss anzogen.

Für die US-Notenbank Federal Reserve liefert der Bericht ein ambivalentes Signal: Der starke Stellenaufbau spricht gegen eine baldige Zinssenkung, während das schwächere Lohnwachstum und der Rückgang der Erwerbsquote die Dringlichkeit einer geldpolitischen Lockerung erhöhen könnten. Die St. Louis Fed schätzte zuletzt, dass bereits ein Stellenwachstum von nur 15.000 pro Monat ausreichen würde, um die Arbeitslosenquote stabil zu halten – was zeigt, wie fundamental sich der US-Arbeitsmarkt strukturell verändert hat.

Für deutsche Anleger und Exporteure bleibt der US-Arbeitsmarkt ein zentraler Indikator: Ein robuster amerikanischer Konsum stützt die globale Nachfrage und damit auch die Geschäfte exportorientierter DAX-Unternehmen. Die Daten deuten darauf hin, dass die US-Wirtschaft weiter wächst – wenn auch in einem gemäßigteren Tempo als in den Boomjahren nach der Pandemie.

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