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US-Arbeitsmarkt im Mai: 172.000 neue Stellen, Quote stabil

Die US-Wirtschaft schaffte im Mai erneut deutlich mehr Jobs als erwartet – die Arbeitslosenquote verharrt bei 4,3 Prozent.

US-Arbeitsmarkt im Mai: 172.000 neue Stellen, Quote stabil

Die US-Wirtschaft hat im Mai 172.000 neue Stellen außerhalb der Landwirtschaft geschaffen und damit die Erwartungen der Ökonomen weit übertroffen. Analysten hatten lediglich einen Zuwachs von 85.000 Jobs prognostiziert. Die Arbeitslosenquote blieb den dritten Monat in Folge stabil bei 4,3 Prozent, wie das Bureau of Labor Statistics des US-Arbeitsministeriums am Freitag mitteilte.

Der Stellenaufbau im April wurde zudem nach oben korrigiert: Statt der ursprünglich gemeldeten 115.000 Stellen waren es demnach 179.000 neue Jobs. Die Schätzungen der befragten Ökonomen für den Mai hatten eine Bandbreite von 50.000 bis 125.000 neuen Stellen umfasst – der tatsächliche Wert übertraf also selbst die optimistischsten Prognosen deutlich.

Robuster Arbeitsmarkt trotz geopolitischer Unsicherheiten

Der anhaltend starke Stellenaufbau bestätigt, dass der US-Arbeitsmarkt nach den Turbulenzen des Vorjahres wieder an Fahrt gewinnt. Ökonomen schätzen, dass die US-Wirtschaft monatlich zwischen null und 50.000 Arbeitsplätze schaffen muss, um mit dem Wachstum der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter Schritt zu halten – die sogenannte Break-Even-Rate. Diese ist zuletzt gesunken, da ein härteres Vorgehen gegen Einwanderung das Erwerbspersonenpotenzial verringert und damit den Anstieg der Arbeitslosenquote begrenzt hat.

Trotz der positiven Zahlen zeigen sich Unternehmen bei Neueinstellungen weiterhin zurückhaltend. Als Ursachen nennen Ökonomen zunächst die weitreichenden Zölle von Präsident Donald Trump aus dem Vorjahr sowie den aktuellen US-israelischen Krieg mit dem Iran, der Unsicherheiten an den Märkten schürt. Bislang gibt es jedoch keine Anzeichen dafür, dass der Nahostkonflikt wesentliche direkte Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt hat.

Der Konflikt hat allerdings einen sprunghaften Anstieg der Preise für Öl und andere durch die Straße von Hormus verschiffte Produkte ausgelöst, was die Inflation in den USA antreibt. Fiskalische Anreize in Form von Steuer- und Zollrückerstattungen haben die Unternehmensgewinne gestärkt und es den Betrieben ermöglicht, auf Massenentlassungen zu verzichten. Der Oberste Gerichtshof der USA hatte die Zölle im Februar aufgehoben, woraufhin einige Unternehmen Rückerstattungen beantragten.

„Slow-hire, slow-fire": Arbeitsmarkt im Gleichgewicht

Die Unternehmensgewinne stiegen im ersten Quartal um 40,4 Milliarden US-Dollar und verzeichnen seit dem zweiten Quartal 2025 einen Aufwärtstrend. Dennoch beschreiben Ökonomen den aktuellen Zustand des Arbeitsmarktes als „Slow-hire, slow-fire" – also langsame Neueinstellungen bei gleichzeitig geringen Entlassungszahlen. Die Verbesserung bei den Beschäftigtenzahlen spiegelt vor allem die niedrige Zahl an Entlassungen wider.

Für die US-Notenbank Federal Reserve liefern die robusten Arbeitsmarktdaten potenziell mehr Spielraum, die Zinssätze angesichts der steigenden Inflation unverändert zu lassen. Die Finanzmärkte erwarten, dass die Fed ihren Leitzins bis ins Jahr 2027 in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent belassen wird. Für deutsche Anleger und Exporteure ist die Entwicklung des US-Arbeitsmarktes von besonderer Bedeutung, da die USA einer der wichtigsten Handelspartner Deutschlands sind und die Fed-Zinspolitik die globalen Kapitalmärkte maßgeblich beeinflusst.

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