US-Arbeitsmarkt: Erstanträge steigen auf 208.000
Die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA sind leicht auf 208.000 gestiegen. Trotz Volatilität bleiben Entlassungen historisch niedrig, während Unternehmen bei Neueinstellungen zögerlich agieren.

Die Erstanträge auf staatliche Arbeitslosenunterstützung in den USA sind in der Woche zum 27. Dezember um 8.000 auf saisonbereinigte 208.000 gestiegen, wie das US-Arbeitsministerium am Donnerstag mitteilte. Ökonomen hatten im Vorfeld mit 210.000 Anträgen gerechnet. Die Zahlen liegen damit weiterhin auf einem historisch niedrigen Niveau.
Saisonale Schwankungen erschweren Analyse
Die Antragszahlen zeigten sich in den vergangenen Wochen volatil, da die saisonalen Anpassungen rund um die Feiertage zum Jahresende die Datenauswertung erschwerten. Trotz dieser kurzfristigen Schwankungen bleibt das Gesamtbild des US-Arbeitsmarktes stabil. Massenentlassungen bleiben aus, gleichzeitig halten sich Arbeitgeber mit Neueinstellungen zurück.
Unsicherheit bremst Personalaufbau
Unternehmen zeigen sich angesichts zollbedingter Unsicherheiten und der zunehmenden Integration künstlicher Intelligenz zurückhaltend bei der Aufstockung ihrer Belegschaften. Der Arbeitsmarkt befindet sich dadurch in einer Art Lähmungszustand – ohne massive Entlassungen, aber auch ohne nennenswerte Expansion.
Entlassungen auf Fünfjahreshoch
Ein Bericht des Outplacement-Unternehmens Challenger, Gray & Christmas zeigt jedoch ein differenziertes Bild: Die von US-Arbeitgebern angekündigten Entlassungen stiegen im Jahr 2025 um 58 Prozent auf 1,206 Millionen – ein Fünfjahreshoch. Der Großteil dieser Stellenstreichungen entfällt auf Kostensenkungen der Bundesregierung und Restrukturierungen in der Technologiebranche.
"Die Technologiebranche hat sich viel schneller als jede andere Branche auf die Entwicklung und Implementierung künstlicher Intelligenz umgestellt", erklärte Andy Challenger, Chief Revenue Officer bei Challenger, Gray & Christmas. Diese Transformation, gepaart mit übermäßiger Personalbeschaffung im letzten Jahrzehnt, führte zu einer Welle von Arbeitsplatzverlusten im Tech-Sektor.
Einstellungen auf Tiefstand seit 2010
Besonders besorgniserregend: Die Einstellungspläne sanken im vergangenen Jahr um 34 Prozent auf 507.647 – das niedrigste Niveau seit 2010. Diese schwache Einstellungstätigkeit führt dazu, dass Arbeitslose längere Phasen der Jobsuche durchlaufen müssen.
Mehr Langzeitarbeitslose
Die Zahl der Personen, die nach einer ersten Leistungswoche weiterhin Arbeitslosenunterstützung erhielten, stieg in der Woche zum 20. Dezember um 56.000 auf 1,914 Millionen. Dieser Indikator zeigt, dass es für Arbeitslose zunehmend schwieriger wird, schnell eine neue Anstellung zu finden.
Verhältnis von Stellen zu Arbeitslosen verschlechtert sich
Laut Regierungsdaten sank die Zahl der offenen Stellen im November auf ein 14-Monats-Tief. Auf jede arbeitslose Person kamen nur noch 0,91 offene Stellen – der niedrigste Wert seit März 2021 und ein Rückgang gegenüber 0,97 im Oktober. Dies deutet auf einen sich abkühlenden Arbeitsmarkt hin.
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Zur AktienanalyseArbeitsmarktbericht am Freitag erwartet
Am Freitag wird der mit Spannung erwartete Arbeitsmarktbericht für Dezember veröffentlicht. Ökonomen rechnen mit einem Zuwachs von 60.000 Stellen außerhalb der Landwirtschaft, nach 64.000 im November. Die Arbeitslosenquote dürfte von 4,6 Prozent auf 4,5 Prozent gesunken sein. Der November-Wert war teilweise durch den 43-tägigen Stillstand der Bundesregierung verzerrt worden.
Bedeutung für deutsche Anleger
Für deutsche Investoren sind diese Daten von besonderer Relevanz, da sie die Geldpolitik der US-Notenbank Federal Reserve beeinflussen. Ein stabiler, aber nicht überhitzter Arbeitsmarkt könnte der Fed Spielraum für weitere Zinssenkungen geben. Die Zurückhaltung bei Neueinstellungen deutet jedoch auf eine vorsichtige Wirtschaftsstimmung hin, die auch für international agierende deutsche Unternehmen relevant ist.


