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US-Arbeitsmarkt April: NFP-Bericht könnte Erwartungen übertreffen

Frühindikatoren signalisieren 110.000 bis 150.000 neue Stellen – deutlich mehr als die erwarteten 65.000.

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US-Arbeitsmarkt April: NFP-Bericht könnte Erwartungen übertreffen

Der mit Spannung erwartete US-Arbeitsmarktbericht (Non-Farm Payrolls, NFP) für April wird am Freitag, den 8. Mai, um 8:30 Uhr ET veröffentlicht. Händler und Ökonomen rechnen im Konsens mit der Schaffung von lediglich 65.000 neuen Stellen (netto). Hinzu werden ein Anstieg der durchschnittlichen Stundenlöhne um 0,3 % im Monatsvergleich (3,8 % im Jahresvergleich) sowie eine U3-Arbeitslosenquote von 4,3 % erwartet.

Doch die Frühindikatoren zeichnen ein freundlicheres Bild: Interne Modelle und historisch zuverlässige Vorlaufdaten deuten darauf hin, dass das tatsächliche Beschäftigungswachstum im Bereich von 110.000 bis 150.000 Stellen liegen könnte – und damit deutlich über den Markterwartungen. Allerdings wird ausdrücklich auf eine große Unsicherheitsspanne hingewiesen, da die Rücklaufquoten der Erhebungen begrenzt sind.

US-Arbeitsmarkt trotz globaler Belastungen robust

Der amerikanische Arbeitsmarkt hat sich in einem schwierigen Umfeld bemerkenswert widerstandsfähig gezeigt. Trotz eines laufenden Konflikts mit dem Iran, einer Sperrung der Straße von Hormus sowie stark gestiegener Energiepreise und anhaltender Sorgen über Jobverluste durch Künstliche Intelligenz hat die US-Wirtschaft in diesem Jahr bisher durchschnittlich rund 70.000 Stellen pro Monat geschaffen. Das reichte aus, um die Arbeitslosenquote seit Jahresbeginn stabil auf dem historisch niedrigen Niveau von 4,3 % zu halten.

Marktbeobachter sprechen von einem anhaltenden „Low hire, low fire"-Regime, das bereits das vergangene Jahr geprägt hat. Das bedeutet: Unternehmen stellen zwar verhalten ein, entlassen aber gleichzeitig kaum Mitarbeiter. Das Ergebnis ist ein stabiler, wenn auch wenig dynamischer Arbeitsmarkt mit moderatem Stellenwachstum, stabiler Arbeitslosigkeit und gedämpften Lohnsteigerungen.

Federal Reserve: Zinssenkungen in diesem Jahr kaum noch erwartet

Die Kombination aus einem robusten Arbeitsmarkt und einer Inflation oberhalb des 2-%-Ziels der US-Notenbank Federal Reserve lässt kaum Spielraum für geldpolitische Lockerungen. Das FedWatch-Tool der CME zeigt inzwischen eine Wahrscheinlichkeit von über 70 % für keinerlei Zinsänderungen im gesamten Jahr an. Händler haben die Erwartung einer weiteren Zinssenkung damit praktisch aufgegeben.

Auch die bevorstehende personelle Veränderung an der Fed-Spitze dürfte daran wenig ändern. Kevin Warsh, Trumps Nominierter für den nächsten Vorsitz der Federal Reserve, wird das Argument für zusätzliche Zinssenkungen in absehbarer Zeit als schwieriges Unterfangen vorfinden – so die Einschätzung der Marktteilnehmer.

EUR/USD: Technische Aufwärtswende im Gange

Aus technischer Sicht notiert der US-Dollar nahe dem unteren Ende seiner Dreimonatsspanne gegenüber seinen wichtigsten Konkurrenten. Die durch den Iran-Konflikt getriebene Nachfrage nach sicheren Häfen lässt leicht nach, was den Greenback belastet. Eine weitere Deeskalation könnte den Dollar zusätzlich unter Druck setzen – unabhängig vom Ausgang des NFP-Berichts.

Das Währungspaar EUR/USD zeigt in den vergangenen zwei Wochen Anzeichen einer Aufwärtswende. Nachdem es in der zweiten Aprilhälfte zurückgegangen war, bildet es nun höhere Tiefs und höhere Hochs statt schrittweise tieferer Niveaus. Dies bereitet potenziell die Bühne für einen erneuten Test der Zehn-Wochen-Hochs nahe 1,1830.

Als mögliche bullishe Katalysatoren gelten ein schwächer als erwartet ausfallender Arbeitsmarktbericht oder eine Wiedereröffnung der Straße von Hormus. Ein klarer Ausbruch über das Niveau von 1,1830 könnte die runde Marke von 1,1900 oder das längerfristige Fibonacci-Retracement bei 1,1940 als nächste Kursziele eröffnen. Umgekehrt dürften ein starker NFP-Bericht oder eine Eskalation im Iran-Konflikt den EUR/USD belasten und einen erneuten Test des kurzfristigen 50-%-Fibonacci-Retracements nahe 1,1650 auslösen.

Für Anleger und Händler bleibt der NFP-Bericht vom 8. Mai damit ein zentrales Marktereignis der Woche – mit potenziell spürbaren Auswirkungen auf Devisen, Zinsspekulationen und die allgemeine Risikobereitschaft an den Finanzmärkten.

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