US-Anleiherenditen steigen vor wichtigem Arbeitsmarktbericht im Juni
Anleger preisen restriktivere Fed-Politik ein und warten auf den Non-Farm-Payrolls-Bericht, der einen Tag früher erscheint.

Die Renditen für US-Staatsanleihen sind am Donnerstag leicht gestiegen. Anleger preisen weiterhin eine restriktivere Geldpolitik der US-Notenbank Federal Reserve ein und richten ihren Blick auf den mit Spannung erwarteten Arbeitsmarktbericht für Juni. Die Rendite der richtungsweisenden 10-jährigen US-Staatsanleihe legte um einen Basispunkt zu und notierte gegen 1:50 Uhr ET bei rund 4,491 Prozent.
Auch die Renditen der 2-jährigen und der 30-jährigen Staatsanleihen stiegen jeweils um einen Basispunkt. Bewegungen in dieser Größenordnung gelten am Anleihemarkt als moderat, signalisieren jedoch eine klare Richtung: Die Märkte rechnen mit einer anhaltend straffen Geldpolitik der Fed.
Arbeitsmarktdaten früher veröffentlicht
Der monatliche Bericht zu den Beschäftigtenzahlen außerhalb der Landwirtschaft – die sogenannten Non-Farm Payrolls – wird in dieser Woche ausnahmsweise einen Tag früher als üblich veröffentlicht. Grund dafür ist der US-amerikanische Feiertag zum Unabhängigkeitstag am Freitag. Von der Nachrichtenagentur Dow Jones befragte Ökonomen erwarten, dass im Juni rund 115.000 neue Stellen geschaffen wurden.
Als Vorgeschmack auf den offiziellen Bericht lieferten die ADP-Daten zur privaten Beschäftigung bereits am Mittwoch erste Hinweise. Demnach stieg die Beschäftigung im Privatsektor im Juni um lediglich 98.000 Stellen – nach 122.000 im Mai und damit leicht unter der Prognose von 110.000. Solche Vorläuferdaten des Personaldienstleisters ADP gelten als wichtiger Frühindikator für den offiziellen Arbeitsmarktbericht des Bureau of Labor Statistics.
Fed-Chef Warsh: Preise sind „zu hoch"
Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgte Fed-Vorsitzender Kevin Warsh mit klaren Aussagen auf der jährlichen Notenbank-Konferenz der Europäischen Zentralbank im portugiesischen Sintra. Gegenüber CNBC-Moderatorin Sara Eisen erklärte Warsh während einer Podiumsdiskussion, dass die Preise „zu hoch" seien. „Wir haben uns alle umgesehen und festgestellt, dass die Preise zu hoch sind", sagte er mit Blick auf die Konferenzteilnehmer.
Warsh ließ dabei keinen Zweifel an der Entschlossenheit der US-Notenbank: „Sollte es Personen in den privaten Haushalten, im Unternehmenssektor oder an den Finanzmärkten geben, die dachten, diese Zentralbank würde sich mit einem Inflationsziel von über 2% abfinden, dann werden sie wohl enttäuscht sein." Er bekräftigte: „Wir werden in den USA für Preisstabilität sorgen." Diese Aussagen unterstreichen den entschlossenen Kurs der Fed im Kampf gegen die Inflation.
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Zur AktienanalyseMärkte erwarten Zinspause im Juli – aber Erhöhung im September
Laut dem FedWatch-Tool der Terminbörse CME preisen die Märkte derzeit eine Wahrscheinlichkeit von mehr als 70 Prozent ein, dass die Fed ihren Leitzins bei der Sitzung in diesem Monat unverändert lässt. Eine Zinspause im Juli gilt damit als das wahrscheinlichste Szenario.
Für die darauffolgende FOMC-Sitzung im September sieht das Bild jedoch anders aus. Laut CME-Daten rechnen Händler mit einer Wahrscheinlichkeit von rund 64 Prozent damit, dass die Fed die Zinsen dann um mindestens einen Viertelprozentpunkt – also 25 Basispunkte – anheben wird. Für deutsche Anleger ist dies relevant, da Zinsschritte der Fed erfahrungsgemäß auch Auswirkungen auf die globalen Kapitalmärkte und den Wechselkurs zwischen Euro und US-Dollar haben.


