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US-Anleiherenditen steigen: Trumps Ausgabenpläne belasten Fed-Bilanzabbau

Massive Staatsanleihen-Emissionen zur Finanzierung von Steuersenkungen machen Bilanzreduzierung der Federal Reserve praktisch unmöglich.

US-Anleiherenditen steigen: Trumps Ausgabenpläne belasten Fed-Bilanzabbau

Die Renditen langlaufender US-Staatsanleihen dürften im weiteren Jahresverlauf steigen. Grund dafür sind die enormen Schuldenemissionen, die zur Finanzierung der Steuersenkungs- und Ausgabenpläne von Präsident Donald Trump notwendig werden. Eine aktuelle Umfrage unter 37 Anleihestrategen zeigt: Fast 60 Prozent halten eine deutliche Reduzierung der 6,6 Billionen Dollar schweren Fed-Bilanz für undurchführbar.

Das Congressional Budget Office schätzt, dass Trumps Gesetzgebung das US-Defizit über zehn Jahre um mindestens 4,7 Billionen Dollar erhöhen wird. Diese Dimension macht eine Fortsetzung des Bilanzabbaus praktisch unmöglich. Die Fed hatte ihre Bilanz seit dem Höchststand von fast 9 Billionen Dollar Mitte 2022 bereits um etwa ein Viertel reduziert, indem sie auslaufende Anleihen nicht ersetzte.

Die Medianprognose der befragten Strategen sieht die Rendite der richtungsweisenden 10-jährigen US-Staatsanleihe in einem Jahr bei 4,29 Prozent – verglichen mit den im Vormonat prognostizierten 4,20 Prozent. Aktuell bewegt sich die Rendite bei 4,16 Prozent in einer engen Spanne zwischen 4,0 und 4,3 Prozent, die voraussichtlich noch einige Monate bestehen bleibt.

Inflation und Zinspolitik im Fokus

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen erschweren die Situation zusätzlich. Das BIP-Wachstum fiel stärker aus als erwartet, während die Inflation seit etwa einem halben Jahrzehnt hartnäckig über dem 2-Prozent-Ziel der Fed verharrt. Jean Boivin, Leiter des BlackRock Investment Institute, warnt: "Sobald wir Anzeichen für das Gegenteil sehen, wird dies wie ein Weckruf wirken und kurzfristig für Volatilität sorgen."

Für die zinssensible 2-jährige Rendite prognostizieren Analysten einen Rückgang von aktuell 3,50 Prozent auf 3,45 Prozent Ende April und 3,38 Prozent Ende Juli. Eine separate Reuters-Umfrage erwartet zwei Zinssenkungen der Fed im weiteren Jahresverlauf, beginnend im Juni – just zu dem Zeitpunkt, an dem Kevin Warsh voraussichtlich den Vorsitz der Federal Reserve übernehmen wird.

Warsh steht vor schwierigem Balanceakt

Die Ernennung von Warsh sorgt für zusätzliche Unsicherheit an den Märkten. Seine früheren Positionen favorisierten eine straffere Geldpolitik und eine kleinere Fed-Bilanz, während jüngere Signale eher in Richtung niedrigerer Zinsen deuten. "Man bewegt sich in zwei verschiedene Richtungen, wenn man gleichzeitig die Leitzinsen senkt und die Bilanz verkürzen will", erklärt Meghan Swiber, Direktorin für US-Zinsstrategie bei der Bank of America.

Alejandra Vazquez Plata von Citi erwartet, dass sich Warsh zunächst auf Zinssenkungen konzentrieren wird, bevor er länger laufende Staatsanleihen aus der Fed-Bilanz entfernt. "Die Fed wird wahrscheinlich Kupon-Bestände auslaufen lassen und anstatt Kupon-Anleihen zu kaufen, stattdessen mit dem Kauf von T-Bills beginnen", prognostiziert die Zinsstrategin.

John Madziyire von Vanguard sieht die 10-jährigen Anleihen weiterhin in ihrer engen Spanne gefangen: "Es gibt in den kommenden Monaten nichts, was uns wirklich aus dieser Spanne herausführen könnte." Händler und Investoren warten derweil auf konkrete Signale des Finanzministeriums, wann das Angebot an Schuldtiteln substanziell steigen wird.

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