US-Anleiherenditen fallen nach Iran-Abkommen und Fed-Ausblick
Ein vorläufiges Friedensabkommen zwischen Washington und Teheran verändert Inflationserwartungen und den Zinsausblick der Anleger deutlich.

Die Renditen von US-Staatsanleihen sind am Montag spürbar gesunken. Auslöser war die Ankündigung eines vorläufigen Friedensabkommens zwischen den USA und dem Iran, das die Inflationserwartungen der Anleger und den Ausblick auf künftige Zinssätze neu bewertet hat.
Die Rendite der richtungsweisenden 10-jährigen US-Staatsanleihe – die wichtigste Benchmark für die Kreditaufnahme der US-Regierung – fiel um mehr als 2 Basispunkte auf 4,459 Prozent. Die Rendite der 2-jährigen Schatzanleihe, die die kurzfristige Zinspolitik der Federal Reserve enger widerspiegelt, sank um mehr als 3 Basispunkte auf 4,054 Prozent. Die Rendite der 30-jährigen Staatsanleihe verlor mehr als 1 Basispunkt und notierte bei 4,958 Prozent. Zur Erinnerung: Ein Basispunkt entspricht 0,01 Prozent, wobei sich Renditen und Anleihekurse stets in entgegengesetzte Richtungen bewegen.
Iran-Abkommen und Ölpreiseinbruch als Auslöser
Präsident Donald Trump erklärte am späten Sonntag über soziale Medien, dass ein Abkommen mit dem Iran „nun abgeschlossen" sei. Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif bestätigte, dass am Freitag eine offizielle Unterzeichnungszeremonie in der Schweiz stattfinden werde. Trump gab zudem bekannt, er habe die Wiedereröffnung der Straße von Hormus genehmigt – einer der weltweit wichtigsten Schifffahrtsrouten für den Öltransport.
Die Ankündigung ließ die Ölpreise am Sonntag einbrechen. US-Rohöl verlor daraufhin rund 5 Prozent. Günstigere Energiepreise wirken in der Regel dämpfend auf die Inflation, was wiederum den Druck auf die Notenbank verringert, die Zinsen weiter anzuheben – ein direkter Zusammenhang, der die Bewegungen am Anleihenmarkt erklärt.
Die Entwicklung erfolgte vor dem Hintergrund anhaltender geopolitischer Spannungen: Ein Feuergefecht zwischen Israel und der von Teheran unterstützten Hisbollah im Libanon hatte zuvor den Druck auf den fragilen Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran weiter erhöht.
Fed-Sitzung im Fokus – kaum Änderungen erwartet
In dieser Woche richtet sich der Blick der Anleger auch auf die geldpolitische Sitzung der US-Notenbank Federal Reserve. Laut dem FedWatch-Tool der CME Group weisen die Fed-Funds-Futures eine Wahrscheinlichkeit von mehr als 98 Prozent für unveränderte Zinssätze aus. Zusätzlich warten Marktteilnehmer auf Wirtschaftsdaten zum Wohnungsmarkt und zu den Einzelhandelsumsätzen.
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Zur AktienanalyseMichael Landsberg, Chief Investment Officer bei Landsberg Bennett Private Wealth Management, kommentierte die Lage: „Angesichts des jüngsten Inflationsanstiegs glauben wir, dass die Sitzung der Federal Reserve am Mittwoch im Hinblick auf geldpolitische Änderungen eher ereignislos verlaufen wird." Besondere Aufmerksamkeit gelte dabei der ersten Pressekonferenz von Fed-Chef Warsh: „Wir werden Warshs erster Pressekonferenz besondere Aufmerksamkeit schenken, um zu verstehen, welche Art von Kommunikator er sein wird und wie detailliert er während der Pressekonferenz werden wird."
Für deutsche Anleger sind die Entwicklungen am US-Anleihemarkt von erheblicher Bedeutung. US-Staatsanleiherenditen gelten als globaler Referenzpunkt für Kapitalkosten und beeinflussen über Wechselkurse und Kapitalströme auch die europäischen Zinsmärkte sowie den Euro-Dollar-Kurs. Ein nachlassender Zinsdruck in den USA kann Erleichterung für internationale Aktienmärkte bedeuten, da höhere Anleiherenditen in der Vergangenheit regelmäßig Kapital aus Aktien in festverzinsliche Wertpapiere umgelenkt haben.


