US-Anleiherenditen fallen nach Iran-Abkommen auf Einmonatstief
Eine vorläufige Einigung im US-Iran-Konflikt drückt die Renditen zehnjähriger Treasuries auf den tiefsten Stand seit dem 12. Mai.

Die Renditen von US-Staatsanleihen sind am Montag auf den niedrigsten Stand seit einem Monat gefallen. Auslöser war die Bekanntgabe einer vorläufigen Einigung zur Beendigung des Konflikts zwischen den USA und dem Iran. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen sank zunächst auf 4,4197% – den tiefsten Stand seit dem 12. Mai – und notierte später bei 4,443%, was einem Tagesrückgang von 4,2 Basispunkten entspricht.
Präsident Donald Trump erklärte, dass die Straße von Hormus am Freitag wieder geöffnet werde. Zudem gab er bekannt, dass er das Ende der US-Blockade iranischer Häfen angeordnet habe. Durch die strategisch bedeutsame Meerenge wird üblicherweise ein Fünftel der weltweiten Öl- und Gasströme abgewickelt – ihre Öffnung hat damit unmittelbare Auswirkungen auf die globalen Energiemärkte.
Ölpreise unter Druck
Die Entspannung im Nahen Osten schlug sich auch deutlich an den Rohstoffmärkten nieder. Die US-Rohölsorte WTI fiel um mehr als 5% auf knapp über 80 US-Dollar pro Barrel und erreichte damit den niedrigsten Stand seit Anfang März. Dennoch liegen die Ölpreise weiterhin über dem Vorkriegsniveau von rund 65 US-Dollar pro Barrel.
Auch die Rendite zweijähriger US-Staatsanleihen reagierte spürbar: Sie fiel um 5,4 Basispunkte auf 4,031%. Zweijährige Renditen gelten als wichtiger Indikator für die Erwartungen der Märkte an die künftige Zinspolitik der US-Notenbank Federal Reserve.
Fed-Sitzung unter neuem Vorsitzenden
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Zur AktienanalyseIm Fokus der Anleger steht in dieser Woche auch die Geldpolitik der Fed. Der Offenmarktausschuss (FOMC) wird am Mittwoch seine erste Sitzung unter dem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh abhalten. Die Markterwartungen deuten darauf hin, dass die Fed die Zinssätze bei dieser Sitzung unverändert lassen wird.
Für deutsche Anleger sind die Entwicklungen am US-Anleihemarkt von besonderer Bedeutung, da US-Treasuries als globale Benchmark für Zinsen und Risikobereitschaft gelten. Sinkende Renditen signalisieren in der Regel eine steigende Nachfrage nach sicheren Anlagen – oder in diesem Fall eine geopolitische Entspannung, die Risikoprämien abbaut. Der Rückgang der Ölpreise könnte zudem dämpfend auf die Inflation wirken und damit auch die Erwartungen an die Geldpolitik diesseits des Atlantiks beeinflussen.


