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US-Aktienfonds legen im Quartal um 17,1 Prozent zu

KI-Euphorie treibt S&P 500 und Nasdaq auf Rekordhochs – das beste Quartal für Aktienfonds seit 2020.

US-Aktienfonds legen im Quartal um 17,1 Prozent zu

Der durchschnittliche US-Aktienfonds oder börsengehandelte Fonds (ETF) erzielte im zweiten Quartal eine Gesamtrendite von 17,1 Prozent. Damit liegen die Fonds für das bisherige Jahr mit 13,4 Prozent im Plus. Allein im Juni verzeichneten die Fonds eine Gesamtrendite von 1,1 Prozent.

Der S&P 500 und der Nasdaq Composite verzeichneten ihre besten Quartale seit 2020 und erreichten Rekordhochs. Auch der Dow Jones schloss den Monat auf einem Rekordniveau ab. Haupttreiber dieser Entwicklung war das anhaltende Vertrauen der Anleger in Technologieaktien – insbesondere jene aus dem Bereich der künstlichen Intelligenz (KI).

Das Quartal war dabei alles andere als ruhig: Anleger mussten den Börsengang von SpaceX, einen Ölschock, eine zwischenzeitliche Friedensrallye im Zusammenhang mit dem Iran sowie die erste geldpolitische Sitzung der US-Notenbank unter ihrem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh verarbeiten. Trotz dieser Vielzahl an Ereignissen behielten KI-Aktien ihre dominierende Rolle im Marktgeschehen.

Internationale Fonds verlieren an Boden

Internationale Aktienfonds, die ihre US-amerikanischen Pendants zu Beginn des Jahres noch übertroffen hatten, sind im Vergleich zurückgefallen. Sie legten im Quartal durchschnittlich um 10,9 Prozent zu, was ihnen ein Plus von 10,6 Prozent seit Jahresbeginn beschert. Der Abstand zu US-Fonds hat sich damit im Quartalsverlauf deutlich vergrößert.

Für deutsche Privatanleger, die in international ausgerichtete Fonds oder ETFs investiert sind, verdeutlicht dieser Vergleich die anhaltende Stärke des US-amerikanischen Technologiesektors. Die KI-Welle rollt weiterhin vor allem über den amerikanischen Markt.

Experten warnen vor KI-Scheuklappen

Viele Analysten stellen sich die Frage, ob KI-bezogene Aktien die Aufmerksamkeit der Anleger dauerhaft monopolisieren können. Saira Malik, Chief Investment Officer bei Nuveen, beschreibt das aktuelle Marktumfeld mit einem anschaulichen Vergleich: Sie vergleicht die Situation mit einem Autofahrer, der instinktiv die Lautstärke der Lautsprecher senkt, wenn er versucht, sich auf Straßenschilder zu konzentrieren.

„Das heutige Anlageumfeld ist ebenfalls laut", sagt Malik. „Geopolitische Schwankungen, volatile kurzfristige Wirtschaftsdaten und das ständige Rauschen der Prognosemärkte tragen zum Missklang bei." Dies gehe so weit, dass sich viele Anleger gezwungen sähen, am KI-Trend festzuhalten.

Malik plädiert jedoch für einen differenzierteren Ansatz. Sie rät davon ab, alle KI-Aktien in einen Topf zu werfen, und empfiehlt stattdessen einen breiteren Mix von Anlageklassen – darunter alternative Kredite und Kommunalanleihen. Eine breite Diversifikation bleibt damit auch in einem von einem einzigen Thema dominierten Markt ein zentrales Gebot.

Fed hält Zinsen stabil – signalisiert aber mögliche Erhöhungen

Gegen Ende des Quartals hielt die US-Notenbank Federal Reserve die Zinsen bei ihrer ersten geldpolitischen Sitzung unter dem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh stabil. Fed-Vertreter signalisierten jedoch, dass die Zinsen bis zum Jahresende steigen könnten, um die Inflation zu bekämpfen. Für Anleger bedeutet dies, dass das Zinsumfeld weiterhin ein wichtiger Faktor für die Bewertung von Aktien und Anleihen bleibt.

Für deutsche Investoren, die in US-Märkte engagiert sind, bleibt die Zinspolitik der Fed ein entscheidender Einflussfaktor – sowohl für die Kursentwicklung von Aktien als auch für Währungseffekte beim Euro-Dollar-Kurs. Das zweite Quartal hat gezeigt, dass trotz zahlreicher Unsicherheitsfaktoren die Risikobereitschaft der Anleger hoch bleibt – getragen von der Hoffnung auf die transformative Kraft der künstlichen Intelligenz.

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