US-Aktien auf Rekordhoch: Bessent kündigt Hormus-Einigung an
US-Finanzminister Bessent signalisiert baldige Einigung zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus – Ölpreise fallen, Märkte jubeln.

US-Finanzminister Scott Bessent hat am Dienstag gegenüber dem Sender CNBC signalisiert, dass Washington und Teheran bereits am Dienstag oder Mittwoch eine Einigung über die Wiedereröffnung der Straße von Hormus erzielen könnten. Die Aussicht auf eine diplomatische Lösung trieb den S&P 500 um 1,8 Prozent auf ein Rekordhoch und ließ den Ölpreis deutlich fallen. Der Nasdaq 100 legte sogar um 3,3 Prozent zu – befeuert auch durch starke Quartalsergebnisse von Palantir.
„Es besteht die Chance, dass wir heute oder morgen eine Einigung erzielen, um die Meerenge zu öffnen und in diesem Konflikt zu einer normalisierteren Position überzugehen", sagte Bessent wörtlich. Der Rohölpreis der Sorte Brent, die internationale Referenzmarke, fiel kurz nach seinen Äußerungen erstmals seit drei Wochen unter 80 US-Dollar pro Barrel und schloss schließlich 5,3 Prozent tiefer bei 79,36 Dollar.
Übergangsregelung zwischen Iran und Oman ausgehandelt
Zwei mit den diplomatischen Bemühungen vertraute Personen berichteten der Financial Times, dass iranische und omanische Unterhändler sich bereits auf eine Übergangsregelung zur Lenkung des Schiffsverkehrs durch die Meerenge geeinigt hätten. Die endgültige Zustimmung der obersten iranischen Führung steht jedoch noch aus. Konkret sieht die Regelung vor, dass Schiffe durch iranische Gewässer in die Meerenge einfahren und sie über einen Kanal verlassen, der größtenteils in omanischen Gewässern liegt.
Zunächst würde der Iran eigene Schiffe – darunter Öl- und LNG-Tanker – durch die Wasserstraße schicken, um sicherzustellen, dass diese frei von Minen und sicher ist. Erst danach würde die Meerenge für den übrigen Schiffsverkehr geöffnet. Im Gegenzug würden die USA ihre Seeblockade iranischer Häfen aufheben und eine Ausnahmeregelung wieder in Kraft setzen, die es dem Iran erlaubt, Öl zu verkaufen.
Auch der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmaeil Baghaei, bestätigte am Dienstag laufende Verhandlungen zwischen dem Iran und dem Oman über die Festlegung „sicherer Ein- und Ausfahrtsrouten" in der Meerenge. Baghaei erklärte, der Korridor müsse die „Souveränitätsrechte sowie nationalen Sicherheitserwägungen" beider Länder gewährleisten. Die Gespräche seien sowohl auf „technischer als auch auf politischer Ebene" „positiv" verlaufen.
Konflikt dauert bereits sechs Monate an
Die Straße von Hormus ist zum zentralen Schauplatz des seit sechs Monaten andauernden Konflikts zwischen den USA und dem Iran geworden. Am 17. Juni hatten beide Seiten eine Absichtserklärung unterzeichnet, in der sie einen Waffenstillstand vom April um 60 Tage verlängerten. Ziel war es, den Schiffsverkehr durch die Wasserstraße schrittweise wieder auf Vorkriegsniveau zu bringen – ohne Gebühren für den Iran.
Dieses Abkommen scheiterte jedoch, nachdem der Iran Schiffe angriff, die die sogenannte Südroute der Meerenge entlang der omanischen Küste passierten. Teheran bezeichnete die Nutzung dieses Kanals als „unbefugt". Die USA reagierten mit Angriffen auf den Iran, woraufhin iranische Streitkräfte mit Raketen und Drohnen auf Stützpunkte in der Region feuerten. Die gegenseitigen Angriffe lösten eine Eskalationsspirale aus, die in der Region die Angst vor einem offenen Krieg schürte.
Oman als Vermittler unter Druck
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Zur AktienanalyseDer Oman, der während des gesamten Konflikts seine Neutralität zu wahren versucht hat, spielte eine zentrale Vermittlerrolle. Maskat war laut informierten Personen besorgt, dass ein Abkommen als Verletzung seiner Verpflichtungen aus dem Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen ausgelegt werden könnte. Diese Probleme seien jedoch inzwischen ausgeräumt worden. Der Oman soll zudem von den USA unter Druck gesetzt worden sein, eine Einigung mit dem Iran zu erzielen.
Als Modell für eine langfristige Lösung hat der Oman eine Regelung vorgeschlagen, die der in der Straße von Malakka ähnelt. Dort passieren Schiffe die Meerenge gebührenfrei, während Singapur, Malaysia und Indonesien vor zwei Jahrzehnten einen Fonds für freiwillige Beiträge einrichteten, um Schifffahrtssicherheit und Umweltschutz zu unterstützen. Der Iran beharrt hingegen darauf, von Schiffen „Servicegebühren" verlangen zu wollen – was die Golfstaaten ablehnen.
US-Präsident Donald Trump hatte bereits am Montag erklärt, dass die Gespräche mit Teheran wieder aufgenommen worden seien. „Sie finden gerade jetzt statt", sagte Trump und fügte hinzu, dass „Phase eins" der Gespräche die Meerenge „buchstäblich bis morgen" vollständig wieder öffnen werde. Eine zweite Phase solle sich auf die „Denuklearisierung" konzentrieren, was jedoch „ein wenig Zeit in Anspruch nehmen wird". Diplomaten hoffen, dass eine Einigung über die Meerenge den Weg für Gespräche über eine endgültige Beilegung des Konflikts ebnen würde.


