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US-Abgeordneter verbietet Mitarbeitern Nutzung von Kalshi und Polymarket

Der demokratische Kongress-Abgeordnete Seth Moulton setzt mit einem büroweiten Verbot von Prognosemärkten ein Zeichen.

US-Abgeordneter verbietet Mitarbeitern Nutzung von Kalshi und Polymarket

Der US-Demokrat Seth Moulton aus Massachusetts hat als erster Abgeordneter auf dem Capitol Hill eine Richtlinie eingeführt, die seinen Kongressmitarbeitern die Nutzung von Prognosemarktplattformen wie Kalshi und Polymarket ausdrücklich untersagt. Ein Sprecher Moultons bezeichnete die Maßnahme als bislang einzigartig im US-Kongress. Das Verbot tritt zu einem Zeitpunkt in Kraft, an dem die politische Debatte über Prognosemärkte deutlich an Fahrt gewinnt.

Prognosemärkte ermöglichen es Nutzern, Wetten auf den Ausgang verschiedenster Ereignisse zu platzieren – von Basketballergebnissen über Oscar-Gewinner bis hin zu politischen Entwicklungen weltweit. Plattformen wie Kalshi und Polymarket haben zuletzt enorme Aufmerksamkeit auf sich gezogen, nicht zuletzt durch Wetten rund um politische Ereignisse in Venezuela und den Iran. Kritiker, darunter mehrere US-Bundesstaaten und Casinobetreiber, werfen diesen Plattformen vor, ein Schlupfloch für unreguliertes Glücksspiel zu bieten.

Insiderhandel im Fokus

Besonders brisant ist der Vorwurf des Insiderhandels. Gesetzgeber haben beobachtet, dass auf Prognosemärkten teils auffällig präzise Wetten kurz vor bedeutenden Weltereignissen platziert wurden – etwa dem Sturz des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro oder militärischen Entwicklungen im Iran. Solche Muster nähren den Verdacht, dass Nutzer mit privilegiertem Zugang zu Informationen handeln könnten.

Moulton ist Mitinitiator eines Gesetzentwurfs, der gewählten Amtsträgern explizit verbieten würde, auf Basis von Insiderinformationen auf Prognosemärkten zu wetten. Sein internes Büro-Verbot geht dabei noch einen Schritt weiter und soll ein klares Signal für Transparenz und Integrität setzen. Weder Kalshi noch Polymarket äußerten sich zunächst auf Anfragen zu dem Schritt.

Sowohl Kalshi als auch Polymarket reagierten ihrerseits auf den wachsenden Druck und kündigten diese Woche neue Schutzmaßnahmen gegen Insiderhandel auf ihren Plattformen an. Für deutsche Anleger und Beobachter ist die Entwicklung relevant, da ähnliche Plattformen auch in Europa zunehmend Verbreitung finden und regulatorische Fragen aufwerfen. Die US-Debatte dürfte als Blaupause für künftige Regulierungsansätze weltweit dienen.

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