Unterrepräsentanz von Einwanderern in Bundesbehörden
Diskriminierung und langsamer Anstieg trotz neuer Förderstrategie

Der Anteil von Beschäftigten mit Migrationshintergrund in der Bundesverwaltung ist im vergangenen Jahr auf 16,2 Prozent gestiegen, bleibt aber weiterhin deutlich hinter dem Anteil dieser Bevölkerungsgruppe an der erwerbsfähigen Bevölkerung zurück. Eine aktuelle Studie im Auftrag der Bundesregierung zeigt, dass der Anteil von Menschen mit Einwanderungsgeschichte in der Bundesverwaltung nur langsam zunimmt. Fünf Jahre zuvor lag dieser Wert noch bei 13,1 Prozent. Im Vergleich dazu beträgt der Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund an der erwerbsfähigen Bevölkerung 31,9 Prozent.
Als Personen mit Migrationshintergrund gelten in der Untersuchung Menschen, die entweder selbst oder deren mindestens ein Elternteil die deutsche Staatsangehörigkeit nicht durch Geburt besitzen. Trotz der leichten Steigerung bleibt damit ein großer Abstand zwischen der tatsächlichen Repräsentanz in der Bundesverwaltung und der Bevölkerungsstruktur bestehen.
Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Natalie Pawlik, betont, dass das Potenzial von Menschen mit Einwanderungsgeschichte im öffentlichen Dienst noch nicht ausreichend genutzt wird. Sie fordert Maßnahmen, um gezielt diese Gruppe für den öffentlichen Dienst zu gewinnen. Laut Pawlik sei ein vielfältiger öffentlicher Dienst eine Grundvoraussetzung für eine zukunftsorientierte und erfolgreiche Verwaltung, die die Gesellschaft angemessen widerspiegelt. Die im Koalitionsvertrag verankerte Fachkräfteoffensive soll dabei helfen, dieses Ziel zu erreichen.
Die Untersuchung "Diversität und Chancengleichheit Survey" befragte im Mai und Juni 2024 mehr als 50.000 Beschäftigte in 73 Bundesbehörden. Die Ergebnisse zeigen nicht nur die Unterrepräsentanz, sondern auch die stärkere Betroffenheit von Diskriminierung unter Beschäftigten mit Migrationshintergrund. Dabei wurden unterschiedliche Diskriminierungsformen erfasst, darunter solche aufgrund von Geschlecht, ethnischer Herkunft, Religion, Alter oder Behinderung.
Während 15,6 Prozent der Beschäftigten ohne Migrationshintergrund von Diskriminierung berichteten, lag dieser Anteil bei Menschen mit eigener Migrationserfahrung bei 23,6 Prozent. Bei den Nachkommen von Einwanderern berichtete sogar mehr als jeder vierte Beschäftigte (25,6 Prozent) von Diskriminierungserfahrungen am Arbeitsplatz.
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Zur AktienanalyseIm Januar verabschiedete das Bundeskabinett eine Strategie mit dem Titel „Gemeinsam für mehr Vielfalt in der Bundesverwaltung“. Diese enthält keine verbindlichen Vorgaben, empfiehlt den Behörden jedoch, hausinterne Ziele zur Förderung von Vielfalt zu definieren und individuelle Maßnahmen umzusetzen. Ebenso wird die Einrichtung von Beschäftigtennetzwerken zur Unterstützung der Vielfalt am Arbeitsplatz empfohlen.


