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Unternehmen setzen auf nachhaltige Personalpolitik gegen Krankenstand

Maßnahmen fördern Gesundheit und Zufriedenheit in Zeiten des Fachkräftemangels

Unternehmen setzen auf nachhaltige Personalpolitik gegen Krankenstand

Unternehmen in Deutschland setzen zunehmend auf eine nachhaltige Personalpolitik, um den steigenden Krankenstand zu bekämpfen und die wirtschaftlichen Auswirkungen abzumildern. Der Fachkräftemangel und die Bedeutung von Mitarbeitenden als zentrale Ressource haben das Thema Mitarbeitergesundheit in den Fokus gerückt. Wie Oliver Herrmann von der Deutschen Telekom erläutert, soll die Personalpolitik langfristig nicht nur wirtschaftliche Ziele erreichen, sondern auch das Wohlbefinden der Belegschaft fördern. Doch bisher steht Personalpolitik oft nicht im Zentrum der Nachhaltigkeitsberichterstattung, da Stakeholder verstärkt auf Themen wie Klimaschutz und Kreislaufwirtschaft achten.

In den vergangenen Jahren hat die Belastung der Mitarbeitenden durch äußere Faktoren zugenommen. Die Covid-19-Pandemie, Inflation, geopolitische Konflikte sowie wirtschaftliche Unsicherheiten haben die mentale und physische Gesundheit vieler Menschen beeinflusst und zu einem Anstieg stressbedingter Erkrankungen geführt. Laut Herrmann sei diese Situation „ein perfekter Sturm“, der dazu führe, dass erschöpfte Menschen weniger produktiv und anfälliger für einfache Lösungen sind, was wiederum gesellschaftliche Probleme verstärken könne.

Bei der Deutschen Telekom werden vielfältige Maßnahmen umgesetzt, um die Arbeitsumgebung gesünder und nachhaltiger zu gestalten. Hierzu gehören arbeitsfreundliche Praktiken, ein flexibler Arbeitsalltag und die Förderung einer gesunden Lebensweise. Mitarbeitende erhalten beispielsweise Unterstützung, wie sie ihre Glückshormone anregen, ihre Ernährung verbessern oder eine Schlafroutine entwickeln können. Informationen hierzu stehen im Intranet, über Livestreams und Schulungen zur Verfügung. Auch innovative Konzepte wie „Walk and Talk“, bei dem Besprechungen während eines Spaziergangs stattfinden, tragen zur Gesundheit bei. Speziell geschulte Mitarbeitende erkennen zudem frühzeitig Spannungen und unterstützen bei der Etablierung gesunder Routinen im Team.

Kai Anderson von Mercer hebt hervor, dass viele Unternehmen mittlerweile Nachhaltigkeit in ihrer HR-Strategie berücksichtigen, jedoch oft ohne umfassende und gezielte Maßnahmenbündelung. Mercer hat in Zusammenarbeit mit dem World Economic Forum die „Good Work Standards“ entwickelt, die Unternehmen als Leitfaden zur Gestaltung nachhaltiger Arbeitspraktiken dienen sollen.

Till Lohmann von PwC Deutschland beobachtet, dass besonders multinationale Konzerne fortschrittliche Nachhaltigkeitsstrategien verfolgen, während kleinere Unternehmen aufgrund begrenzter Ressourcen oft noch am Anfang stehen. Branchen wie Technologie und Finanzdienstleistungen gelten als Vorreiter. Eine ausgewogene Mischung aus Remote- und Präsenzarbeit ist aus Sicht Lohmanns entscheidend, um Flexibilität, effektive Kommunikation und eine vertrauensbasierte Unternehmenskultur zu fördern.

Bereits vor der Coronapandemie ermöglichte die Deutsche Telekom ihren Mitarbeitenden, bis zur Hälfte der Arbeitszeit im Homeoffice zu verbringen. Derzeit liegt dieser Anteil noch höher, was laut Herrmann zur Produktivität beiträgt und Pendelzeiten reduziert. Dennoch ermutigt das Unternehmen seine Mitarbeitenden, regelmäßig im Büro zusammenzukommen, um soziale Bindungen zu stärken und Isolation vorzubeugen.

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