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Unsichere Zukunft für Galeria

Experten warnen vor Dominoeffekt - Beschäftigte hoffen auf rettenden Investor

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Unsichere Zukunft für Galeria

Galeria steht vor unsicheren Zeiten, nachdem die Signa-Holding Insolvenz angemeldet hat. Experten warnen vor einem möglichen "Dominoeffekt" und die Mitarbeiter des Kaufhauses sind besorgt über die Zukunft ihrer Arbeitsplätze. Die deutsche Kaufhauskette Galeria, die zur Signa-Gruppe gehört und früher unter den Namen Karstadt und Kaufhof bekannt war, hat bereits zwei Schutzschirmverfahren durchlaufen und in der Corona-Krise finanzielle Unterstützung in Höhe von 680 Millionen Euro vom deutschen Staat erhalten.

Die kommenden Wochen vor Weihnachten könnten Galeria zwar vorübergehend finanzielle Entlastung bringen, da das Weihnachtsgeschäft traditionell für Einnahmen sorgt. Doch danach, wenn neue Waren bestellt werden müssen, könnte die Lage schnell schwierig werden, so Handelsexperte Gerrit Heinemann von der Hochschule Niederrhein. Signa hatte zuvor Galeria 200 Millionen Euro Kapital in Aussicht gestellt, doch nun ist fraglich, ob dieses Geld tatsächlich fließen wird. Als Gegenleistung könnte Galeria gezwungen sein, die Mieten für die von Signa gehaltenen Warenhäuser zu kürzen.

Die Gewerkschaft ver.di fordert nun einen neuen Eigentümer für Galeria, der über Kompetenz im Handel verfügt. Dieser Eigentümerwechsel könnte den Beschäftigten Jobsicherheit und eine langfristige Perspektive bieten. Die ständig negativen Nachrichten rund um Signa haben bei den Mitarbeitern von Galeria Unruhe ausgelöst, da sie nach Stabilität und Planbarkeit in dieser unsicheren Zeit suchen.

Auch Alexander Otto, der Chef des Shoppingcenter-Betreibers ECE, macht sich Sorgen um Galeria. Die Unterstützung des Eigentümers wird entscheidend sein, um das Kaufhaus wieder auf die Beine zu bringen. Wenn diese Unterstützung ausbleibt, wird die Situation noch schwieriger, da Galeria in fünf der deutschlandweit rund 100 ECE-Shoppingcenter vertreten ist. Johannes Berentzen, Chef der Handelsberatung BBE, erwartet drastische Auswirkungen auf das Unternehmen, da die dringend benötigten Investitionen auszubleiben drohen. Galeria hat in seiner aktuellen Form möglicherweise keine Zukunft, es sei denn, es findet sich ein Investor mit umfassender Handelskompetenz, der das gesamte Netz übernimmt, das Konzept überarbeitet und erhebliche Mittel in die Modernisierung der Filialen investiert.

Die Geschichte von Galeria ist geprägt von finanziellen Herausforderungen, Insolvenzanträgen und Sanierungsplänen. Im Jahr 2020 beantragte das Unternehmen erstmals Insolvenz in Eigenverwaltung und erhielt Schulden in Höhe von zwei Milliarden Euro erlassen. Das Verfahren dauerte bis Ende September 2020, wobei 41 Filialen geschlossen und rund 4.000 Stellen abgebaut wurden. Schließlich erhielt Galeria finanzielle Unterstützung in Höhe von 680 Millionen Euro aus dem Wirtschaftsstabilisierungsfonds der Bundesregierung.

Ende 2022 erfolgte die zweite Insolvenz, und die Gläubigerversammlung stimmte einem Insolvenzplan zu, der die Sanierung ermöglichte. Teil dieses Plans war die Zusage von Signa, 200 Millionen Euro frisches Kapital für Galeria bereitzustellen. Die ersten 50 Millionen sollten im kommenden Februar fließen, doch diese Zusage steht nun auf wackeligen Beinen. Der Sanierungsplan sieht die Schließung von etwa einem Drittel der 129 Filialen vor, wovon einige bereits in diesem Jahr geschlossen wurden und weitere im Januar 2024 ihre Türen schließen werden. Die Zukunft von Galeria bleibt somit höchst unsicher, und es wird entscheidend sein, wie sich die kommenden Entwicklungen auf das Unternehmen auswirken werden.

Galeriaver.diArbeitsmarktInsolvenz

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