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Unsichere Zukunft für Ford in Saarlouis

Verhandlungen mit asiatischem Investor und Sozialtarifdiskussionen im Fokus

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Unsichere Zukunft für Ford in Saarlouis

Inmitten von finanziellen Turbulenzen und konjunkturellen Herausforderungen verhandelt der Betriebsrat des Ford-Standorts in Saarlouis, unterstützt von der IG Metall, einen Sozialtarifvertrag für die Beschäftigten und hat bereits eine erste Treueprämie von 2.500 Euro brutto ausgehandelt. Diese Prämie ist eine Anerkennung für die Loyalität und Hingabe der Mitarbeiter, die trotz der „erschwerten Rahmenbedingungen“ weiterhin ihre Aufgaben erfüllen und qualitativ hochwertige Automobile produzieren. Im Dezember 2023 ist eine weitere Zahlung von 1.500 Euro pro Mitarbeiter geplant, sofern die Verhandlungen zum Sozialtarifvertrag nicht vorzeitig scheitern.

Parallel zu den internen Maßnahmen werden Gespräche zwischen Ford, der saarländischen Landesregierung und einem potenziellen Großinvestor fortgeführt. Laut Informationen der Deutschen Presse-Agentur handelt es sich beim möglichen Investor um einen asiatischen Automobilhersteller. Die Verhandlungen, welche nach einem vorübergehenden Scheitern wieder aufgenommen wurden, bleiben indes eine sensible Angelegenheit, wobei Details und Wasserstandsmeldungen zur aktuellen Situation spärlich und sorgfältig ausgewählt sind. Der saarländische Wirtschaftsminister Jochen Barke (SPD) betont die Notwendigkeit einer „einvernehmlichen und fairen Verständigung“ zwischen Ford und dem Investor als entscheidend für den Erfolg der Gespräche.

Währenddessen behält der Betriebsrat ein klares Ziel vor Augen: die Konditionen für die Beschäftigten in einem Szenario eines möglichen Arbeitsplatzverlustes für rund 2.850 Mitarbeiter auszuhandeln. Trotz fehlender Investorenzusage und offizieller Absichtserklärung fokussiert sich die Arbeitnehmervertretung darauf, bestmögliche Konditionen für die Belegschaft sicherzustellen und bleibt „absolut motiviert und bereit, für weitere Lösungen zu kämpfen“, wie der Betriebsratsvorsitzende Markus Thal äußerte.

Die Frage der Zukunft des Ford-Werks in Saarlouis ist untrennbar verbunden mit der Tatsache, dass die Produktion des Ford Focus Mitte 2025 ausläuft und der US-Autokonzern bereits Ende Juni 2022 entschieden hatte, das Werk im spanischen Valencia mit der neuen Elektroauto-Plattform zu betrauen. Bereits jetzt laufen Abfindungs- und Altersteilzeitprozesse, und laut Betriebsrat wurden bereits 100 Stellen abgebaut und etwa 20 Mitarbeiter haben nach Köln gewechselt. Zum 1. Januar 2023 soll die Belegschaft auf 3.850 Beschäftigte reduziert sein, während eine Betriebsvereinbarung etwa 1.000 Beschäftigten bis Ende 2032 einen Arbeitsplatz sichert.

In der Zwischenzeit steht die IG Metall fest an der Seite der Beschäftigten und betont, dass „der Erhalt möglichst vieler Industriearbeitsplätze in Saarlouis“ das primäre Ziel bleibt. Jörg Köhler, Bezirksleiter der IG Metall Mitte, stellt klar, dass die IG Metall in die Sozialtarifverhandlungen eingetreten ist, sollte keine alternative Lösung gefunden werden können. Die Herausforderung besteht nun darin, inmitten von Unternehmensverhandlungen und ökonomischer Instabilität Stabilität und Sicherheit für die Beschäftigten zu gewährleisten, und dabei auch die strukturelle und wirtschaftliche Zukunft des Standortes Saarlouis zu sichern.

FordDeutschlandArbeitsmarkt

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