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Universität Oulu gewinnt wertvolle Rohstoffe aus Asche zurück

Das finnische AshCycle-Projekt erschließt neue Verwertungswege für Biomasse-, Abfall- und Klärschlammasche mit 27 internationalen Partnern.

Universität Oulu gewinnt wertvolle Rohstoffe aus Asche zurück

Die Universität Oulu in Finnland hat im Rahmen des Forschungsprojekts „AshCycle" neue Methoden entwickelt, um wertvolle Materialien aus Aschen zurückzugewinnen. Dazu zählen Metalle, Nährstoffe, Mineralien und sogar Seltene Erden – Rohstoffe, die in Europa zunehmend knapp werden. Das Projekt richtet sich auf Aschen aus Biomasse, Siedlungsabfällen und Klärschlamm, die bislang kaum genutzt werden.

Tero Luukkonen, außerordentlicher Professor an der Forschungseinheit für Faser- und Partikeltechnologie der Universität Oulu, betont die wirtschaftliche Dimension: „Aschen landen meist auf Deponien, ohne jemals umfassend genutzt zu werden. Dabei enthalten sie erhebliche Mengen an wertvollen Materialien, einschließlich Seltener Erden, die in Europa knapp sind." Die Deponierungskosten für Aschen liegen laut Luukkonen derzeit zwischen 100 und 500 Euro pro Tonne – und werden voraussichtlich weiter steigen.

Kreislaufwirtschaft als zentrales Prinzip

Das AshCycle-Projekt wurde von einem internationalen Konsortium aus 27 Organisationen durchgeführt, darunter die Universität Johannesburg in Südafrika. Es deckt die gesamte Wertschöpfungskette ab – von der Abfallwirtschaft bis zur industriellen Materialnutzung. Ein zentraler Ansatz war dabei eine Symbiose der Kreislaufwirtschaft zwischen Industrie und Städten, bei der Akteure aus den Bereichen Energie, Abfall, Bau und Wasser gegenseitig ihre Nebenströme nutzten.

Die zurückgewonnenen und veredelten Materialien finden vielfältige Anwendung: Sie können im Bauwesen sowie in der Wasseraufbereitung eingesetzt werden. Die entwickelten Lösungen wurden an mehreren internationalen Pilotstandorten in der Praxis erprobt, wo Betonfertigteile und andere Anwendungen zur Ascheverwertung im industriellen Maßstab hergestellt wurden.

Praxisbeispiele aus Finnland

Antero Kiljunen, Manager für Kreislaufwirtschaft beim finnischen Entsorgungsunternehmen Kiertokaari, beschreibt konkrete Ergebnisse: „Im Rahmen des Projekts wurden neue Baumaterialien und Verfahren zur Rückgewinnung wertvoller Rohstoffe aus Asche entwickelt. In Finnland haben wir beispielsweise Betonfertigteile und Gesteinskörnungen für Straßentragschichten hergestellt."

Neben den physischen Materialien entstanden im Projekt auch digitale Werkzeuge zur Materialbewertung. Der finnische Unternehmenspartner AI4Value entwickelte ein KI-gestütztes digitales Tool, mit dem das Verwertungspotenzial von Asche schnell bewertet und den am besten geeigneten Anwendungen zugeführt werden kann, wie Luukkonen erläutert.

Die Forschungsergebnisse sind für die europäische Industrie besonders relevant, da die Abhängigkeit von importierten Rohstoffen – insbesondere Seltenen Erden – ein strategisches Risiko darstellt. Die Rückgewinnung dieser Materialien aus heimischen Abfallströmen könnte einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit leisten. Gleichzeitig eröffnet die Entwicklung neuer Produkte und Geschäftsmodelle im Bereich der Kreislaufwirtschaft erhebliche wirtschaftliche Chancen für Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

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