UnitedHealth-Chef Hemsley investierte heimlich in Gesundheits-Startups
Vorstandsvorsitzender tätigte über seine Firma Cloverfields Capital zweistellige Millionenbeträge in konkurrierende Unternehmen

Stephen Hemsley, Vorstandsvorsitzender des US-Gesundheitsriesen UnitedHealth Group, hat über Jahre hinweg private Investitionen in Start-ups der Gesundheitsbranche getätigt – darunter Unternehmen, die entweder Geschäftsbeziehungen zu UnitedHealth unterhalten oder direkt mit dem Konzern konkurrieren. Die Investitionen, die sich auf zweistellige Millionenbeträge belaufen und mindestens sieben Jahre zurückreichen, wurden weder von den betroffenen Unternehmen öffentlich gemacht, noch informierte UnitedHealth seine Aktionäre darüber.
Der 73-jährige Hemsley ist seit zwei Jahrzehnten eine Schlüsselfigur bei UnitedHealth. Im Mai vergangenen Jahres trat er seine zweite Amtszeit als Vorstandsvorsitzender an, nachdem er bereits mehr als ein Jahrzehnt als CEO und seit 2017 als Verwaltungsratsvorsitzender tätig war. In dieser Rolle kehrte er zurück, um die Finanzen des von ihm mitaufgebauten Konzerns zu stabilisieren.
Private Investmentfirma mit doppelter Strategie
Im Jahr 2019, während seiner Zeit als Verwaltungsratsvorsitzender, gründete Hemsley die Investmentfirma Cloverfields Capital Group LP, die bei der US-Börsenaufsicht SEC als Anlageberater registriert ist. In Pflichtmitteilungen gab Cloverfields an, in börsennotierte Unternehmen wie den Aufzugshersteller Otis Worldwide zu investieren.
Doch wie das Wall Street Journal aufdeckte, betreibt Cloverfields auch eine weniger sichtbare Seite: Die Firma und damit verbundene Unternehmen erwarben Beteiligungen an privaten Start-ups im Gesundheitssektor. Das Investitionsspektrum reicht von einem Unternehmen für Impfstoffverwaltung, das mit UnitedHealth zusammenarbeitet, bis hin zu einem Anbieter digitaler Gesundheitsdienste, dessen Produkt in direktem Wettbewerb zum Konzern steht.
Ethikexperten sehen Konfliktpotenzial
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Zur AktienanalyseDie privaten Investitionen des UnitedHealth-Chefs bergen nach Ansicht von Ethikexperten erhebliches Potenzial für Interessenkonflikte. Besonders problematisch erscheint die Tatsache, dass Hemsley gleichzeitig als oberster Entscheidungsträger eines der größten Gesundheitskonzerne der USA fungiert und privat in Unternehmen investiert, die entweder Geschäftspartner oder Konkurrenten sind.
UnitedHealth Group gehört zu den größten Krankenversicherern der USA und beschäftigt über 400.000 Mitarbeiter weltweit. Der Konzern erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2024 einen Umsatz von über 370 Milliarden US-Dollar. Die fehlende Transparenz über Hemsleys private Investitionen wirft Fragen zur Corporate Governance auf, insbesondere da Aktionäre nicht über potenzielle Interessenkonflikte informiert wurden.


