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United Center Chicago verkauft erstmals THC-Getränke in US-Arena

Chicagos berühmte Sportarena setzt auf Cannabis-Getränke – ein Novum für große US-Veranstaltungsorte mit weitreichenden Folgen.

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United Center Chicago verkauft erstmals THC-Getränke in US-Arena

Das United Center in Chicago schreibt Geschichte: Als erste große Arena in den USA bietet die Heimspielstätte der Chicago Bulls (NBA) und der Chicago Blackhawks (NHL) ab sofort THC-Getränke auf Hanfbasis an ihren Verkaufsständen an. Die Arena gab am Dienstag eine mehrjährige Partnerschaft mit dem Unternehmen Rythm bekannt, das die Marken Rythm und Señorita herstellt. Die Getränke sollen zunächst bei Konzerten und Live-Events verkauft werden.

Die Cannabis-Getränke werden ausschließlich an Erwachsene ab 21 Jahren abgegeben und stehen damit gleichberechtigt neben Alkohol und klassischen Erfrischungsgetränken. Das Angebot startet ab Anfang Februar bei Konzerten in der Arena. Für die Branche gilt der Schritt als wichtiger Testfall für den Einsatz von Cannabis-Produkten in großen Veranstaltungsorten.

Ben Kovler, CEO von Green Thumb Industries – einem Unternehmen mit Beteiligung an Rythm – begründete den Schritt mit dem wachsenden Konsumenteninteresse: „Wir beobachten, dass Konsumenten diese Produkte im Spirituosenhandel, in Veranstaltungsorten und in Restaurants wählen. Es ist eine Zeit, in der Verbraucher nach Alternativen suchen." Kovler betonte zudem den Vorteil gegenüber anderen Cannabis-Produkten: „Der amerikanische Verbraucher ist sehr vertraut mit der Selbstdosierung und Selbstregulierung bei Getränken – anders als bei einem THC-Gummibärchen."

Wachsende Nachfrage nach THC-Produkten

Das Interesse der US-Verbraucher an THC-Produkten auf Hanfbasis ist zuletzt stark gestiegen. Laut einer Studie des Marktforschungsunternehmens Brightfield Group, zitiert von Bernstein, gaben im ersten Quartal 2025 bereits 14 Prozent der US-Erwachsenen an, eine Art von THC-Produkt auf Hanfbasis zu konsumieren – gegenüber lediglich 8 Prozent im Vorjahr. Dieser Trend dürfte die Entscheidung des United Center maßgeblich beeinflusst haben.

Joe Myhra, COO des United Center, erklärte in einer Pressemitteilung: „Da wir unser Angebot für unsere Gäste ständig weiterentwickeln, passte die Getränkelinie von RYTHM aufgrund ihrer Wurzeln in Chicago hervorragend zum Erlebnis im United Center." Der Verkauf der Produkte soll im Einklang mit den Sicherheits- und Compliance-Maßnahmen des Gesetzes von Illinois stehen.

Regulatorisches Umfeld bleibt unsicher

Der Vorstoß des United Center fällt in eine Phase erheblicher regulatorischer Unsicherheit. Im vergangenen Jahr verabschiedete der US-Kongress ein Haushaltsgesetz mit einer THC-Obergrenze, die die meisten THC-Produkte auf Hanfbasis ab November faktisch verbieten würde. Darauf folgten Überarbeitungen der sogenannten „Farm Bill" von 2018, die das sogenannte Hanf-Schlupfloch schließen und viele THC-Getränke auf Hanfbasis innerhalb weniger Monate illegal machen könnten – sofern es keine weiteren politischen Kursänderungen gibt.

Abgeordnete in beiden Kammern des Kongresses haben bereits Gesetzentwürfe eingebracht, um berauschende Hanfprodukte bis 2028 legal zu halten. Ein separater parteiübergreifender Gesetzentwurf soll zudem einen regulatorischen Rahmen für berauschende Hanfgetränke und CBD-Produkte schaffen. Kovler zeigte sich trotz der Unklarheiten zuversichtlich: „Das Timing bei der Regierung und den Regeln ist nie gut und nie klar. Es bleibt unübersichtlich, aber wir orientieren uns am Konsumenten, und das gibt uns viel Zuversicht, jetzt darauf zu setzen."

Zusätzlich zu den politischen Umwälzungen hat die Trump-Regierung Schritte unternommen, Cannabis im Rahmen des „Controlled Substances Act" neu einzustufen. Diese Verschiebung ließ Cannabis-Aktien steigen und warf Fragen zu Besteuerung, Bankzugang und bundesstaatlicher Aufsicht auf. Während die Neueinstufung primär staatlich legale Marihuana-Unternehmen betrifft, signalisiert sie eine wachsende Bereitschaft in Washington, die jahrzehntealte Cannabis-Politik zu überdenken.

Für Anleger bleibt das Segment dennoch risikoreich. Bernstein-Analystin Nadine Sarwat fasste es in einer aktuellen Research-Note zusammen: „Investitionen in Cannabis bleiben ein volatiles und herausforderndes Unterfangen, das nichts für schwache Nerven ist."

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