United Airlines wollte Delta Air Lines zu Megafusion bewegen
United-Chef Scott Kirby kontaktierte Delta-CEO Ed Bastian persönlich – doch die Gespräche kamen nie richtig in Gang.

United Airlines hat im vergangenen Jahr Delta Air Lines mit dem Vorschlag einer Fusion kontaktiert. Dies berichten mit der Angelegenheit vertraute Personen gegenüber dem Wall Street Journal. Der geplante Zusammenschluss hätte die beiden wertvollsten US-Fluggesellschaften vereint – ein Deal von historischem Ausmaß für die amerikanische Luftfahrtbranche.
Im Rahmen dieses Vorstoßes soll United-Chef Scott Kirby den Delta-CEO Ed Bastian persönlich angerufen haben. Die Delta-Führung erörterte die Annäherung daraufhin intern und unterzog den potenziellen Deal einer vorläufigen Due-Diligence-Prüfung. Dabei handelt es sich um eine erste Prüfung der wirtschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen, die bei Fusionsvorhaben dieser Größenordnung üblich ist.
Trotz dieser ersten Schritte machten die Gespräche keine Fortschritte. Beide Unternehmen verfolgten den Vorschlag letztlich nicht weiter. Über die Kontaktaufnahme war bislang nicht öffentlich berichtet worden.
Kirby verfolgt aggressive Wachstumsstrategie
Die nun bekannt gewordene Episode unterstreicht, wie ehrgeizig United-Chef Scott Kirby bei der Verfolgung seiner globalen Wachstumspläne vorgeht. Kirby gilt in der Branche als einer der strategisch aktivsten Airline-Manager der USA und hat United in den vergangenen Jahren konsequent auf Expansionskurs gebracht.
Bereits früher in diesem Jahr war bekannt geworden, dass Kirby auch Fusionsgespräche mit American Airlines angestrebt hatte. American Airlines lehnte diesen Vorstoß jedoch ab. Der nun enthüllte Kontakt zu Delta zeigt, dass Kirby gleich bei mehreren der größten US-Fluggesellschaften vorgefühlt hat.
Megafusion wäre regulatorisch hoch riskant gewesen
Ein Zusammenschluss von United Airlines und Delta Air Lines wäre nicht nur der größte Deal in der Geschichte der US-Luftfahrt gewesen, sondern hätte auch massive regulatorische Hürden mit sich gebracht. Beide Carrier zählen zu den dominierenden Kräften im amerikanischen und internationalen Flugverkehr und betreiben jeweils umfangreiche Drehkreuze in den USA.
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Zur AktienanalyseKartellbehörden hätten einen solchen Zusammenschluss mit größter Wahrscheinlichkeit einer intensiven Prüfung unterzogen. In der Vergangenheit haben US-Regulatoren Airline-Fusionen teils mit erheblichen Auflagen genehmigt oder blockiert – zuletzt scheiterte etwa der geplante Zusammenschluss von JetBlue und Spirit Airlines am Widerstand der Behörden.
Für deutsche Anleger und Beobachter des globalen Luftfahrtmarkts verdeutlicht der Vorfall, dass die Konsolidierungsdynamik in der US-Airline-Branche weiterhin hoch ist. United Airlines (Ticker: UAL) verzeichnete zuletzt ein Kursplus von rund 2,54 Prozent, Delta Air Lines (DAL) legte sogar um rund 3,77 Prozent zu. American Airlines (AAL) gewann ebenfalls deutlich rund 6,79 Prozent. Die Märkte reagieren damit sensibel auf Berichte über mögliche Konsolidierungsschritte in der Branche.

