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United-Airlines-Chef kritisiert Rolls-Royce scharf wegen mangelnder Unterstützung

Scott Kirby, CEO von United Airlines, greift Triebwerkshersteller Rolls-Royce auf der IATA-Jahrestagung in Rio de Janeiro öffentlich an.

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United-Airlines-Chef kritisiert Rolls-Royce scharf wegen mangelnder Unterstützung

Scott Kirby, Chief Executive Officer von United Airlines, hat auf der Jahreshauptversammlung der International Air Transport Association (IATA) in Rio de Janeiro deutliche Worte gegenüber dem britischen Triebwerkshersteller Rolls-Royce Holdings Plc gefunden. Der Airline-Chef warf dem Unternehmen mangelnde Unterstützung vor – und das zu einem Zeitpunkt, an dem beide Konzerne offenbar über einen bedeutenden Flugzeugauftrag verhandeln.

Kirby äußerte sich am Sonntag im Rahmen der IATA-Jahrestagung auf entsprechende Fragen hin ungewöhnlich offen. Seine Kritik richtete sich direkt gegen die Haltung von Rolls-Royce im Vergleich zu anderen Triebwerksherstellern. Die IATA-Jahrestagung gilt als eine der wichtigsten Branchenveranstaltungen der globalen Luftfahrtindustrie und zieht Entscheidungsträger aus aller Welt an.

Kirby lobt GE und Pratt & Whitney – Rolls-Royce fällt durch

In seinem Statement zog Kirby einen direkten Vergleich zwischen den drei großen Triebwerksherstellern der Branche. „GE ist der Beste, ich denke, Pratt & Whitney arbeitet hart, daher schätze ich ihre Einstellung und ihr Engagement. Mein Eindruck ist jedoch, dass es Rolls-Royce gleichgültig ist", sagte Kirby wörtlich. Diese öffentliche Aussage eines der mächtigsten Airline-Manager der Welt dürfte in der Branche für erhebliches Aufsehen sorgen.

Die Kritik fällt in einen sensiblen Moment: Laut dem Bericht ringen United Airlines und Rolls-Royce derzeit um einen bedeutenden Flugzeugauftrag. Solche Aufträge sind für Triebwerkshersteller von enormer wirtschaftlicher Bedeutung, da sie langfristige Wartungs- und Serviceverträge nach sich ziehen, die oft lukrativer sind als das eigentliche Triebwerksgeschäft.

Hintergrund: Rolls-Royce im Wettbewerb mit GE und Pratt & Whitney

Rolls-Royce, GE Aerospace und Pratt & Whitney – eine Tochter von RTX Corporation – sind die drei dominierenden Hersteller von Großtriebwerken für kommerzielle Passagierflugzeuge weltweit. Für Fluggesellschaften wie United Airlines sind die Beziehungen zu diesen Herstellern strategisch entscheidend, da Triebwerke maßgeblich die Betriebskosten, Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit der Flotte beeinflussen.

United Airlines gehört zu den größten Fluggesellschaften der Welt und betreibt eine umfangreiche Flotte mit Flugzeugen verschiedener Hersteller. Die Wahl des Triebwerkslieferanten bei Neubestellungen ist daher nicht nur eine technische, sondern auch eine strategisch-kommerzielle Entscheidung von erheblichem Gewicht. Öffentliche Kritik eines CEO an einem potenziellen Lieferanten ist in der Branche ungewöhnlich und unterstreicht die Schärfe des Konflikts.

Die Aussagen Kirbys auf der IATA-Bühne in Rio de Janeiro dürften nun Druck auf Rolls-Royce ausüben, seine Kundenbeziehungen und sein Serviceengagement gegenüber großen Fluggesellschaften zu überdenken. Ob und wie Rolls-Royce auf die öffentliche Kritik reagiert, bleibt abzuwarten.

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