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UniQure beantragt FDA-Zulassung für Huntington-Gentherapie nach Kehrtwende

Nach monatelangem Konflikt mit der US-Arzneimittelbehörde plant UniQure die Einreichung eines Zulassungsantrags im dritten Quartal 2025.

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UniQure beantragt FDA-Zulassung für Huntington-Gentherapie nach Kehrtwende

Das niederländische Biotechunternehmen UniQure plant, noch in diesem Jahr bei der US-amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA eine beschleunigte Zulassung für seine experimentelle Gentherapie gegen Huntington zu beantragen. Dies gab das Unternehmen am Mittwoch bekannt – Monate nachdem die frühere FDA-Führung die Datenlage öffentlich als unzureichend kritisiert hatte. Die Aktien von UniQure reagierten mit einem Kurssprung von 70 Prozent auf die Neuigkeit.

Die FDA signalisierte in einem kürzlich stattgefundenen Treffen, dass eine Dreijahresanalyse aus einer Phase-1/2-Studie eine beschleunigte Zulassung der Gentherapie unterstützen würde. Ein FDA-Vertreter bestätigte, dass sich Behörde und Unternehmen auf einen gemeinsamen Regulierungsweg geeinigt haben. Die FDA „setzt sich weiterhin dafür ein, gemeinsam mit UniQure einen Regulierungsweg zu finden, der Patienten mit Huntington und ihren Familien dient und gleichzeitig die Verpflichtung der Behörde zu wissenschaftlichen Goldstandards wahrt", hieß es in einer offiziellen Erklärung.

Was ist Huntington und wie wirkt die Gentherapie?

Huntington ist eine seltene, erblich bedingte Erkrankung, die Nervenzellen im Gehirn allmählich zerstört und bislang nicht heilbar ist. Die Gentherapie von UniQure wird in einer mehrstündigen Operation direkt in das Gehirn verabreicht. In der Phase-1/2-Studie verlangsamte die Behandlung das Fortschreiten der Krankheit um 75 Prozent – gemessen anhand eines Vergleichs mit einer externen Patientendatenbank statt einer klassischen Placebo-Kontrollgruppe.

Genau dieser Studienansatz war zuvor der Kern des Konflikts mit der FDA. Die Behörde hatte im März erklärt, die klinischen Daten würden einen Zulassungsantrag nicht stützen, und verlangte eine placebokontrollierte Studie. UniQure widersprach und bezeichnete einen Scheineingriff am Gehirn als unethisch. Stattdessen verglich das Unternehmen den Krankheitsverlauf behandelter Patienten mit dem typischen Verlauf der Erkrankung anhand einer externen Datenbank.

Kurswechsel nach Führungswechsel bei der FDA

Die neue Leitlinie der FDA stellt eine überraschende Kehrtwende dar. UniQure war zu einem Paradebeispiel für eine Reihe von Richtungsänderungen geworden, die besonders Entwickler von Medikamenten gegen seltene Krankheiten hart trafen. Viele dieser Entscheidungen fielen unter dem ehemaligen FDA-Kommissar Marty Makary, der die Behörde im Mai verließ. Makary hatte in einem CNBC-Interview im Februar – ohne UniQure namentlich zu nennen – erklärt, die Behörde sei unter Druck gesetzt worden, eine Therapie zuzulassen, die „keinen Nutzen" zeige.

Mit dem Ausscheiden von Makary sowie weiterer Führungskräfte, darunter der ehemalige Direktor des Center for Biologics Evaluation and Research, Vinay Prasad, und die ehemalige Direktorin des Center for Drug Evaluation and Research, Tracy Beth Høeg, haben sich die Aussichten für mehrere Unternehmen verändert. So gab auch Replimune kürzlich bekannt, zum dritten Mal die Zulassung für sein experimentelles Melanom-Medikament anzustreben.

Nächste Schritte: Antrag im dritten Quartal geplant

UniQure plant nun, denselben Datensatz, der zuvor in der Kritik stand, zur Untermauerung seines Zulassungsantrags zu verwenden. Eine beschleunigte Zulassung würde es ermöglichen, die Therapie unter der Bedingung auf den Markt zu bringen, dass UniQure den Nutzen in einer weiteren Studie nachweist. Die FDA wünscht dabei eine Abstimmung über das Studiendesign – inklusive eines Vergleichs mit dem aktuellen Versorgungsstandard anstelle eines Scheineingriffs.

UniQure erklärte, man sei entschlossen, diese Bestätigungsstudie durchzuführen, und erwarte, die entsprechenden Pläne vor der Einreichung des Antrags abzuschließen. Die Einreichung ist für das dritte Quartal dieses Jahres vorgesehen. Für Patienten mit Huntington, für die es bislang keine krankheitsmodifizierende Therapie gibt, wäre eine Zulassung ein bedeutender medizinischer Fortschritt.

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