Uniper streicht hunderte Stellen im Konzern
Gaspreisrückgang, Regulierung und Staatseinfluss setzen Unternehmen zunehmend unter Druck

Uniper will mehrere hundert Stellen streichen – eine Maßnahme, die tief in die Struktur des Unternehmens eingreift. Der Düsseldorfer Gaskonzern, der während der Energiekrise 2022 verstaatlicht wurde, reagiert damit auf aktuelle Marktbedingungen und regulatorische Herausforderungen. Insgesamt plant das Unternehmen, 400 Planstellen abzubauen. Wie ein Sprecher erklärte, soll ein Großteil des Stellenabbaus durch das Nichtnachbesetzen frei werdender oder unbesetzter Positionen erfolgen.
Uniper beschäftigt aktuell rund 7600 Mitarbeiter, davon etwa 5000 in Deutschland. Die Führung des Konzerns kündigte an, zusätzlich zur Stellenkürzung Möglichkeiten für weitere Effizienzsteigerungen zu prüfen. In Deutschland sollen Gespräche mit Arbeitnehmervertretern über eine freiwillige Ausstiegsinitiative aufgenommen werden. Dabei könnten auch Regelungen zum Vorruhestand zum Einsatz kommen. Ob der Personalabbau über die genannten 400 Stellen hinausgeht, bleibt offen.
Das wirtschaftliche Umfeld für Uniper hat sich zuletzt deutlich verändert. Vor allem die gesunkenen Gaspreise setzen das Unternehmen unter Druck. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet der Konzern mit einem deutlich niedrigeren bereinigten operativen Ergebnis. Das sogenannte Ebitda soll zwischen 0,9 und 1,3 Milliarden Euro liegen – ein deutlicher Rückgang im Vergleich zu den 2,61 Milliarden Euro im Jahr 2024.
Die aktuelle Entwicklung ist eine Folge der Energiekrise, die Uniper 2022 fast in die Insolvenz getrieben hatte. Damals stoppte der russische Gaslieferant Gazprom erst teilweise, später vollständig die Lieferungen, was den Konzern stark belastete. In der Folge übernahm der Bund nahezu sämtliche Anteile an Uniper. Diese staatliche Beteiligung steht jedoch nicht dauerhaft zur Verfügung.
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Zur AktienanalyseDie Europäische Kommission hatte der Verstaatlichung nur unter bestimmten Bedingungen zugestimmt. Eine dieser Bedingungen sieht vor, dass der Bund seine Beteiligung bis spätestens 2028 auf maximal 25 Prozent plus eine Aktie reduziert. Zur Umsetzung stehen sowohl ein Verkauf als auch ein Börsengang zur Debatte. Welche Form der Rückzug des Staates letztlich annehmen wird, ist noch offen.

