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Unilever übertrifft Umsatzprognosen dank Dove und Vaseline

Mengengetriebenes Wachstum und starke Power-Marken treiben Unilevern im ersten Quartal 2026 über die Analystenerwartungen.

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Unilever übertrifft Umsatzprognosen dank Dove und Vaseline

Unilever hat im ersten Quartal 2026 die Umsatzerwartungen der Analysten übertroffen. Der britische Konsumgüterriese erzielte ein bereinigtes Umsatzwachstum von 3,8 Prozent – und lag damit über dem im unternehmenseigenen Konsens erwarteten Wert von 3,6 Prozent. Treiber waren eine Rückkehr zu mengengetriebenem Wachstum in den Schwellenländern sowie eine starke Nachfrage nach den sogenannten Power-Marken des Konzerns.

CEO Fernando Fernandez zeigte sich zufrieden mit dem Jahresstart: „Wir sind gut in das Jahr gestartet, mit einem mengengetriebenen Wachstum durch unsere Power-Marken und einer positiven Performance in allen Geschäftsbereichen." Das Unternehmen behielt seine Umsatz- und Gewinnmargenprognose für das Gesamtjahr 2026 unverändert bei – trotz der nach eigenen Angaben „erhöhten makroökonomischen Unsicherheit".

Power-Marken als Wachstumsmotor

Die größten Marken des Konzerns – darunter Dove, Axe und Dermalogica – erwiesen sich als besonders stark. Der bereinigte Umsatz dieser Power-Marken stieg um 5 Prozent, das Volumenwachstum lag bei 4 Prozent. Damit gelingt Unilever ein wichtiger Strategiewechsel: Nachdem der Konzern jahrelang auf Preiserhöhungen gesetzt hatte, um gestiegene Rohstoffkosten weiterzugeben, steht nun wieder das Absatzvolumen im Vordergrund.

Während des Quartalswachstums fiel die Preissetzung schwächer aus als prognostiziert, das Absatzvolumen übertraf hingegen die Erwartungen. Dies markiert eine bedeutende Kehrtwende. Unilever hatte die Preise während der Covid-19-Pandemie und nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine 2022 deutlich angehoben. Erst zuletzt begann das Unternehmen, das Tempo der Preiserhöhungen zu drosseln und verstärkt in Marketing sowie Innovationen zu investieren, um verlorene Kunden zurückzugewinnen.

Strategischer Umbau unter CEO Fernandez

Unilever befindet sich unter Fernandez in einem tiefgreifenden Umbau. Der Fokus soll künftig stärker auf Körperpflege und Schönheitsprodukte gelegt werden. Nachdem das Speiseeisgeschäft bereits im vergangenen Jahr abgespalten wurde, kündigte der Konzern im vergangenen Monat an, seine Lebensmittelsparte auszugliedern und mit dem US-amerikanischen Gewürzhersteller McCormick zu fusionieren.

Der an der Londoner Börse notierte Konzern kommt auf eine Marktbewertung von mehr als 120 Milliarden US-Dollar und gehört damit zu den größten Konsumgüterunternehmen der Welt. Die strategische Neuausrichtung hin zu margenstarken Beauty- und Pflegeprodukten soll die langfristige Wettbewerbsfähigkeit sichern.

Schwieriges Umfeld für die gesamte Branche

Unilever agiert in einem herausfordernden Marktumfeld. Konsumgüterunternehmen weltweit kämpfen mit steigenden Rohstoffkosten und Lieferkettenstörungen. Wettbewerber wie Nestlé und Procter & Gamble haben vor höheren Kosten durch den Iran-Krieg gewarnt, während Reckitt auf Margendruck hinwies. Der französische Rivale L'Oréal hingegen übertraf die Erwartungen, da Verbraucher vermehrt Premiumprodukte kauften.

Zusätzlich besteht die Gefahr einer nachlassenden Verbrauchernachfrage: Sollten die Ölpreise auf hohem Niveau verharren und der Konflikt andauern, könnten die Haushaltsbudgets der Konsumenten unter Druck geraten. Für Unilever bleibt es daher entscheidend, die Balance zwischen Volumen- und Preiswachstum zu halten und gleichzeitig die Kosten im Griff zu behalten.

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