Unicredit mit Rekordgewinn und Expansionsplänen
Italienische Großbank strebt Übernahme der Commerzbank an und hebt Jahresprognose

Unicredit, eine der führenden Banken Italiens, hat im dritten Quartal dieses Jahres mit einem Nettogewinn von 2,5 Milliarden Euro einen Rekord aufgestellt, der über den Erwartungen der Analysten lag. Diese hatten ursprünglich mit einem leichten Rückgang gerechnet. Die Einnahmen stiegen um knapp drei Prozent auf sechs Milliarden Euro, was die Bank auf erfolgreiches strategisches Wachstum und eine Steigerung der Kundennachfrage zurückführt. Konzernchef Andrea Orcel erklärte, Unicredit habe nun das fünfzehnte Quartal in Folge mit profitablen Ergebnissen abgeschlossen und Teile des überschüssigen Kapitals in Investitionen in die Commerzbank geleitet.
Im September sicherte sich Unicredit über den Erwerb von 4,5 Prozent der Aktien durch den deutschen Staat sowie einen zusätzlichen Anteil von 4,5 Prozent am Markt Zugriff auf insgesamt 21 Prozent der Commerzbank-Anteile. Dies macht die Italiener zum größten Aktionär der deutschen Bank. Orcel machte deutlich, dass Unicredit eine vollständige Übernahme der Commerzbank anstrebt und sieht in der Fusion eine strategische Ergänzung, die sowohl das Privatkundengeschäft als auch das Firmenkundengeschäft stärken könnte. Die Übernahmegespräche sollen nun intensiviert werden, wobei Orcel betonte, dass die Entscheidung für eine Übernahme spätestens innerhalb eines Jahres fallen werde.
Unicredit versucht darüber hinaus, Bedenken hinsichtlich einer Fusion auszuräumen und versichert, dass eine Übernahme weder die Stabilität der Commerzbank noch die deutsche Wirtschaft gefährden werde. Ein Personalabbau sei jedoch nicht ausgeschlossen, da die Bank den aktuellen Branchentrend berücksichtigen müsse. Orcel betonte jedoch, dass Unicredit in der Vergangenheit solche Entscheidungen in konstruktiver Weise mit Arbeitnehmervertretern getroffen habe.
Die Commerzbank, die im Vergleich zu Unicredit schlechtere Zahlen verzeichnete, musste im dritten Quartal einen Gewinnrückgang hinnehmen. Gründe hierfür waren gesunkene Zinsen der Europäischen Zentralbank und eine schwache Wirtschaftslage in Deutschland, was zu einem Rückgang des Konzernergebnisses auf 642 Millionen Euro führte. Auch im Handelsgeschäft musste Unicredit im gleichen Zeitraum Einbußen hinnehmen, das um fast acht Prozent zurückging. Der Zinsüberschuss sank leicht auf 3,6 Milliarden Euro, während der Provisionsüberschuss durch eine gestiegene Kundenaktivität und höhere Investmentbanking-Einnahmen ausgeglichen wurde.
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Zur AktienanalyseDie positive Quartalsentwicklung veranlasste Unicredit, die Jahresprognose für 2024 auf Erträge von etwa 24 Milliarden Euro und einen Nettogewinn von mehr als neun Milliarden Euro anzuheben. Zudem kündigte die Bank an, ab 2025 die Hälfte des Nettogewinns als Dividende auszuschütten. Die Hypo-Vereinsbank, die deutsche Tochter von Unicredit, meldete ebenfalls einen Anstieg des Vorsteuergewinns und eine Reduzierung der Kosten, wodurch das Ergebnis im dritten Quartal auf 758 Millionen Euro verbessert wurde.

