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Ungarns Zentralbank hält Leitzins bei 6,25% – Zinssenkung im Juni möglich

Die Magyar Nemzeti Bank beließ den Leitzins unverändert, signalisiert aber eine mögliche Lockerung der Geldpolitik im Juni.

Ungarns Zentralbank hält Leitzins bei 6,25% – Zinssenkung im Juni möglich

Ungarns Zentralbank (Magyar Nemzeti Bank) hat ihren Leitzins am Dienstag unverändert bei 6,25% belassen. Damit bleibt Ungarn das Land mit dem zweithöchsten Leitzins in der Europäischen Union – nur Rumänien liegt noch darüber. Gouverneur Mihaly Varga hielt anschließend um 15:00 Uhr Ortszeit in Budapest ein Briefing ab, um die Entscheidung zu erläutern.

Trotz der Zinspause sendet die Zentralbank erstmals konkrete Signale für eine baldige Lockerung. Ein Vertreter der Notenbank deutete an, dass ein sich verbessernder Inflationsausblick es den Währungshütern ermöglichen könnte, im Juni eine Zinssenkung in Betracht zu ziehen – dann, wenn neue Inflationsprognosen veröffentlicht werden.

Inflation unter dem Zielwert – Forint stützt die Preisstabilität

Die Inflationsdaten liefern der Zentralbank tatsächlich Spielraum für eine Kehrtwende. Die jährliche Inflation lag im April bei lediglich 2,1% und damit deutlich unter dem Zielwert der Notenbank von 3%. Dieser Rückgang ist bemerkenswert und gibt den Währungshütern mehr Handlungsspielraum als noch vor einigen Monaten.

Gouverneur Varga hatte bereits vergangene Woche erklärt, dass die jüngste Erholung des Forint dazu beitrage, die Inflation einzudämmen. Gegenüber dem staatlichen Fernsehen betonte er am 21. Mai, die Bank arbeite auf Preisstabilität hin und ein stärkerer Wechselkurs helfe dabei, den Preisauftrieb zu bremsen. Zudem strebe die Zentralbank eine Position an, in der die Zinssätze substanziell gesenkt werden können.

Ungarn im regionalen Vergleich deutlich teurer

Im Vergleich zu seinen mitteleuropäischen Nachbarn fällt Ungarns Leitzins besonders hoch aus. Die Tschechische Republik notiert aktuell bei 3,5%, Polen bei 3,75% – beides deutlich unter dem ungarischen Niveau von 6,25%. Dieser Abstand verdeutlicht, wie restriktiv die ungarische Geldpolitik im regionalen Kontext nach wie vor ist.

Ungarns Situation unterscheidet sich dabei auch von vielen anderen Zentralbanken weltweit. Während zahlreiche Notenbanken aufgrund des Inflationsdrucks infolge des Iran-Krieges Zinserhöhungen in Erwägung ziehen, steht Ungarn vor der gegenteiligen Herausforderung: Die Inflation liegt bereits unter dem Zielwert, und die Frage ist nicht ob, sondern wann die Zinsen gesenkt werden.

Für Anleger und Beobachter des mitteleuropäischen Kapitalmarkts bleibt der Juni-Termin damit ein wichtiger Meilenstein. Sollten die dann veröffentlichten Inflationsprognosen die aktuelle Entwicklung bestätigen, könnte Ungarn seinen Zinssenkungszyklus einleiten und damit den Abstand zu den Nachbarländern schrittweise verringern.

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