Ungarn plant Euro-Einführung: Premier Magyar kündigt Kurswechsel an
Ungarns neuer Premierminister Peter Magyar bekennt sich zur Euro-Einführung – ein radikaler Bruch mit Orbans Politik.

Ungarn wird den Euro einführen. Das verkündete der neue ungarische Premierminister Peter Magyar am Montag gegenüber Journalisten in Budapest. Die Ankündigung markiert eine drastische Kehrtwende in der ungarischen Währungspolitik.
Magyar betonte, die Einführung der Gemeinschaftswährung liege im nationalen Interesse des Landes. Einen konkreten Zeitplan für den Währungswechsel nannte er jedoch nicht. Seine Regierung werde den genauen Fahrplan für den Euro-Beitritt erst nach einer wirtschaftlichen Überprüfung festlegen, so Magyar weiter.
Klarer Bruch mit Orbans Kurs
Die Ankündigung stellt einen deutlichen Politikwechsel dar. Magyars Vorgänger Viktor Orban hatte den Euro-Beitritt Ungarns über viele Jahre hinweg abgelehnt und die ungarische Währung, den Forint, verteidigt. Orban war bei den jüngsten Wahlen unterlegen, woraufhin Magyar die Regierungsverantwortung übernahm.
Ungarn ist seit 2004 Mitglied der Europäischen Union und damit grundsätzlich zur Euro-Einführung verpflichtet – sofern die entsprechenden Konvergenzkriterien erfüllt werden. Unter Orban wurde dieser Prozess jedoch bewusst verzögert und politisch blockiert. Mit Magyars Bekenntnis rückt Ungarn nun wieder näher an den europäischen Mainstream heran.
Bulgarien als jüngstes Beispiel
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Zur AktienanalyseAls Referenz dient der jüngste Eurozone-Beitritt: Bulgarien war das letzte ehemals kommunistische Land, das den Euro eingeführt hat. Dieser Prozess wurde Anfang dieses Jahres abgeschlossen. Bulgarien zeigt damit, dass auch Länder mit historisch schwächeren Volkswirtschaften den Weg in die Eurozone erfolgreich beschreiten können.
Für Ungarn bedeutet eine mögliche Euro-Einführung weitreichende wirtschaftliche Konsequenzen. Der Forint würde durch den Euro ersetzt, was Wechselkursrisiken für Unternehmen und Verbraucher eliminieren, aber auch geldpolitische Souveränität kosten würde. Wann genau dieser Schritt vollzogen werden soll, bleibt vorerst offen – Magyar verwies auf die ausstehende wirtschaftliche Überprüfung als Grundlage für den weiteren Zeitplan.


