Unbekannte Aktien mit KGV von unter 10 schlagen den S&P 500
Trinity Industries, M/I Homes und Matson sind kaum bekannt – und genau das könnte ihr größter Vorteil sein.

Wer kennt Trinity Industries, M/I Homes oder Matson? Die wenigsten Anleger dürften diese Namen kennen – und das ist laut Investmentlegende Peter Lynch kein Zufall, sondern möglicherweise eine Chance. Der ehemalige Fidelity-Fondsmanager, der mit dem Magellan Fund eine der beeindruckendsten Renditehistorien der Wall Street schrieb, propagierte stets die Stärke unbekannter Unternehmen abseits des Mainstreams.
Trinity Industries ist ein gutes Beispiel: Das Unternehmen stellt Eisenbahnwaggons her und vermietet diese – ein solides, beständig profitables Geschäftsmodell. Dennoch beobachten laut FactSet lediglich zwei Analysten die Aktie, und nur einer von ihnen hat zuletzt aktiv darüber berichtet. Zum Vergleich: Apple wird von 46 Analysten verfolgt, und es existieren tausende Medienberichte über den iPhone-Konzern. Die wenigen aktuellen Artikel über Trinity hingegen stammen größtenteils von KI-Systemen.
Niedriges KGV als Bewertungsvorteil
Alle drei Unternehmen – Trinity Industries, M/I Homes und Matson – werden derzeit mit einstelligen Kurs-Gewinn-Verhältnissen (KGV) gehandelt. Das entspricht etwa einem Viertel des Bewertungsmultiplikators von Apple. Ob diese Unterbewertung auf mangelnde Qualität oder schlicht auf die geringe Aufmerksamkeit der Investoren zurückzuführen ist, bleibt offen – vermutlich ist es eine Kombination aus beidem.
Besonders bemerkenswert: Alle drei Titel haben seit der Jahrtausendwende sowohl den S&P 500 als auch den Russell 2000 – den wichtigsten US-Nebenwerte-Index – in der Gesamtrendite übertroffen. Das ist eine Bilanz, die viele hochgelobte Large-Cap-Werte nicht vorweisen können.
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseDer breitere Marktkontext bleibt dabei angespannt. Die US-Aktienmärkte starteten zum Wochenauftakt mit Gewinnen, doch der Ölpreis der US-Referenzsorte WTI überschritt die Marke von 100 US-Dollar je Barrel. Geopolitische Unsicherheiten rund um den Iran-Konflikt, der bereits seit mehr als einem Monat anhält, belasten das Sentiment zusätzlich. Berichte über einen möglichen US-Militäreinsatz zur Beschlagnahmung iranischer Uranvorräte sorgen für Nervosität.
Für deutsche Privatanleger, die nach Alternativen zu überbewerteten Technologiegiganten suchen, liefert das Prinzip Lynch einen interessanten Denkanstoß: Manchmal liegt die beste Investitionschance nicht dort, wo alle hinschauen – sondern genau dort, wo kaum jemand hinschaut.


