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UN warnt: Mittelkürzungen verschärfen Rohingya-Krise in Bangladesch

Sinkende Geberbudgets bedrohen die Grundversorgung von 1,2 Millionen Rohingya-Flüchtlingen in Bangladesch – fast neun Jahre nach ihrer Flucht.

UN warnt: Mittelkürzungen verschärfen Rohingya-Krise in Bangladesch

Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) hat am Dienstag eindringlich vor einer weiteren Verschlechterung der humanitären Lage für rund 1,2 Millionen Rohingya-Flüchtlinge in Bangladesch gewarnt. Angesichts globaler Krisen und schrumpfender Geberbudgets fällt es den UN und ihren Partnerorganisationen zunehmend schwerer, die lebensnotwendige Grundversorgung aufrechtzuerhalten. Fast neun Jahre nach ihrer Flucht aus Myanmar kämpfen Hilfsorganisationen darum, das Nötigste bereitzustellen.

Der Druck auf das Hilfssystem hat sich zuletzt deutlich erhöht. Seit Anfang 2024 sind laut UNHCR rund 150.000 weitere Rohingya-Muslime nach Bangladesch geflohen – getrieben von erneuter Gewalt im myanmarischen Bundesstaat Rakhine. Gleichzeitig haben die USA und mehrere europäische Länder ihre Mittel für internationale Hilfe in den vergangenen Jahren gekürzt, was die Finanzierungslücke weiter vergrößert.

Hilfsappell nur zu 60 Prozent finanziert

Im vergangenen Monat starteten die Vereinten Nationen gemeinsam mit der Regierung Bangladeschs einen Hilfsappell über 710,5 Millionen US-Dollar. Das Geld soll Lebensmittel, Unterkünfte, Gesundheitsversorgung, Bildung und Schutzdienste für die Flüchtlinge finanzieren. Dieser Appell fällt bereits 26 Prozent niedriger aus als im Vorjahr – und ist dennoch erst zu rund 60 Prozent gedeckt.

Die Finanzierungsoffensive erfolgt im Vorfeld des neunten Jahrestages des militärischen Vorgehens in Myanmar im August 2017. Damals wurden rund 750.000 Rohingya zur Flucht in das mehrheitlich muslimische Bangladesch gezwungen. „Seit Jahrzehnten werden Rohingya aus ihrer Heimat im myanmarischen Bundesstaat Rakhine vertrieben, wobei Bangladesch aufeinanderfolgenden Flüchtlingsbewegungen Schutz bietet", erklärte das UNHCR.

Trostlose Lebensbedingungen in überfüllten Lagern

Trotz jahrelanger internationaler Unterstützung bleibt das Leben in den Rohingya-Lagern in Bangladesch äußerst schwierig. Die überfüllten und fragilen Siedlungen sind ständigen Bedrohungen durch extremes Wetter, Krankheiten und Unsicherheit ausgesetzt. Der begrenzte Zugang zu Basisdiensten verschärft die Not zusätzlich.

Aufgrund fehlender Bildungs- und Arbeitsmöglichkeiten bleiben die Flüchtlinge weitgehend auf humanitäre Hilfe angewiesen. Jüngste Kürzungen bei den Lebensmittelrationen haben das Elend weiter vertieft. Besonders gefährdet sind dabei vulnerable Gruppen – darunter Frauen, Kinder, ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen.

Da der Konflikt in Myanmar anhält, bleiben die Aussichten auf eine sichere Rückkehr gering. Die wachsende Verzweiflung treibt immer mehr Rohingya dazu, gefährliche Seereisen nach Malaysia oder Indonesien zu unternehmen. Im Jahr 2025 – dem tödlichsten Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen – wurden dabei fast 900 Menschen als vermisst oder verstorben gemeldet.

Das UNHCR warnte abschließend, dass sich die Bedingungen ohne nachhaltige internationale Unterstützung weiter verschlechtern könnten. Die Organisation rief die Geberländer dazu auf, die Rohingya-Flüchtlinge weiterhin zu unterstützen, bis eine Rückkehr in Sicherheit und Würde möglich ist.

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