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Umweltverbände fordern Stopp für LNG-Terminal auf Rügen

Moratorium nach US-Vorbild und Kritik am Ausbau in Deutschland

Umweltverbände fordern Stopp für LNG-Terminal auf Rügen

In Deutschland wächst der Widerstand gegen den weiteren Ausbau der Infrastruktur für Flüssigerdgas (LNG). Ein breites Bündnis aus Umweltverbänden hat sich nun mit einer deutlichen Forderung an die Bundesregierung gewandt: Sie verlangen ein sofortiges Moratorium für den Bau von LNG-Terminals, ähnlich einer kürzlich in den USA getroffenen Entscheidung. Insbesondere das geplante Terminal auf Rügen steht im Fokus der Kritik. Die Umweltorganisationen, darunter die Deutsche Umwelthilfe (DUH), der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), der Deutsche Naturschutzring (DNR), der Naturschutzbund Deutschland (Nabu), der World Wide Fund For Nature (WWF), Greenpeace sowie das Umweltinstitut München, haben in einem offenen Brief an Bundeskanzler Olaf Scholz appelliert, den Ausbau zu überdenken und vorerst zu stoppen.

Die Forderung nach einem Moratorium basiert auf der Annahme, dass die aktuellen Pläne zur Erweiterung der LNG-Infrastruktur nicht mit den Zielen des Klimaschutzes und der Bewahrung der Biodiversität vereinbar sind. Die Umweltverbände beziehen sich dabei auf die Entscheidung der US-Regierung unter Präsident Joe Biden, die eine Pause bei der Genehmigung neuer LNG-Exportterminals eingelegt hat, um die Auswirkungen auf die Umwelt, die Energiekosten und die Energiesicherheit der USA zu überprüfen.

Die Kritiker argumentieren, dass der Bau des Terminals vor Rügen besonders umweltschädlich sei und fordern, dass sowohl das LNG-Beschleunigungsgesetz als auch die Alarmstufe des Notfallplans Gas aufgrund der aktuell vollen Gasspeicher ausgesetzt werden. Der Binzer Bürgermeister Karsten Schneider äußerte zudem Bedenken hinsichtlich der Notwendigkeit des Terminals, indem er darauf hinwies, dass es von Beginn an zu einer Industrieruine werden könnte.

Die Bundesregierung sieht in den LNG-Terminals eine Möglichkeit, die Abhängigkeit von russischen Gaslieferungen zu reduzieren. Im Dezember machten LNG-Importe sieben Prozent der deutschen Gasimporte aus. Zudem wird betont, dass die Terminals auch Nachbarländern ohne eigene Anlagen zugutekommen könnten.

Die Initiative der Umweltverbände und des Ostseebads Binz wirft ein Schlaglicht auf die Spannung zwischen Energieversorgungssicherheit und Umweltschutz. Die Entscheidung der US-Regierung, LNG-Exportgenehmigungen vorübergehend auf Eis zu legen, dient den deutschen Umweltverbänden als Vorbild für einen ähnlichen Ansatz in Deutschland, um die langfristigen Auswirkungen auf Umwelt und Klima gründlich zu bewerten.

ErdgasLNG

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