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Ukrainische Drohnenhersteller drängen auf den asiatischen Rüstungsmarkt

Angesichts wachsender Spannungen um Taiwan suchen ukrainische Drohnenunternehmen Produktionspartner in Japan und Asien.

Ukrainische Drohnenhersteller drängen auf den asiatischen Rüstungsmarkt

Ukrainische Hersteller von Angriffsdrohnen richten ihren Blick zunehmend nach Asien. Im April reiste der CEO von UFORCE, Oleg Rogynskyy, nach Tokio, um japanischen Beamten und Rüstungsunternehmen ein konkretes Angebot zu unterbreiten: den Aufbau einer Massenproduktion ukrainischer Drohnen zur Verteidigung Japans und seiner Verbündeten. Die Gespräche sind Teil einer koordinierten Offensive ukrainischer Rüstungsunternehmen, um vom steigenden Militärbudget asiatischer US-Verbündeter zu profitieren.

Nur wenige Tage vor Rogynskyys Tokio-Besuch hatten US-Truppen wassergebundene UFORCE-Drohnen bei einer geheimen Übung an der Schnittstelle zwischen dem Südchinesischen Meer und dem Pazifik eingesetzt – und dabei erfolgreich ein Schiff versenkt. Das Magura-Oberflächenfahrzeug des Unternehmens hat bereits bewiesen, dass es Teile des Schwarzen Meeres für die russische Marine in Sperrzonen verwandeln kann. „Die Wirkung ist extrem ähnlich", sagte Rogynskyy gegenüber Reuters mit Blick auf die maritime Geografie Ostasiens.

Selenskyj öffnet Türen für Japan

Rückendeckung kommt aus höchsten politischen Kreisen: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte im Februar, Kiew sei bereit, „unsere Technologien" – darunter Seedrohnen – für Japan zu öffnen. Der ehemalige japanische Verteidigungsminister Itsunori Onodera, der weiterhin als einflussreicher Abgeordneter gilt, begrüßte die ukrainischen Kooperationsbemühungen ausdrücklich. Japan benötige Ausrüstung, „die tatsächlich effektive Schlagkraft demonstriert", sagte er gegenüber Reuters.

Das Interesse Japans ist strategisch begründet: Tokio hat in diesem Jahr langjährige Beschränkungen für Waffenexporte aufgehoben und gilt als industrielles Schwergewicht mit erheblichen Fertigungskapazitäten. Ukrainische Verteidigungsunternehmen wie UFORCE, Skyeton und General Cherry sehen Japan daher als idealen Produktionspartner. Das japanische Militär hat laut Angaben des Unternehmens Swarmer bereits mindestens eine bisher nicht öffentlich bekannte Demonstration ukrainischer Drohnentechnologie durchgeführt.

Die Gespräche zwischen japanischen Beamten und ukrainischen Firmen befinden sich jedoch noch in einem frühen Stadium. Drei an den Verhandlungen beteiligte Personen bezeichneten die Kontakte als sondierend. Ein Sprecher des japanischen Verteidigungsministeriums lehnte eine direkte Stellungnahme zu den Kontakten ab, betonte jedoch, Tokio prüfe „alle möglichen Optionen, um die Beschaffung der für Japans neue Art der Kriegsführung benötigten Ausrüstung sicherzustellen".

Taiwan-Konflikt als treibende Kraft

Der geopolitische Hintergrund verleiht den Verhandlungen besondere Dringlichkeit. China hat die Anwendung von Gewalt zur Unterwerfung Taiwans nicht ausgeschlossen und hält regelmäßig Militärübungen rund um die demokratisch regierte Insel ab. Die japanische Ministerin Sanae Takaichi warnte bereits öffentlich, dass Tokio in einen möglichen Konflikt um Taiwan hineingezogen werden könnte.

Für die ukrainischen Rüstungsunternehmen geht es dabei um mehr als nur Exportgeschäfte. Sie wollen den Ruf der Ukraine als führende Nation in der Drohnenkriegsführung in handfeste wirtschaftliche und diplomatische Vorteile ummünzen. Dieser Ruf hat dem militärisch unterlegenen Kiew geholfen, sich seit mehr als vier Jahren gegen Russland zu behaupten. Die Ukraine hat ihre Drohnen-Expertise bereits in Abkommen mit europäischen und nahöstlichen Partnern eingebracht – Asien könnte der nächste große Markt werden.

Reuters befragte für den Bericht insgesamt 20 Personen, darunter Vertreter von Rüstungsunternehmen sowie ukrainische und japanische Regierungsbeamte. Die Details der UFORCE-Treffen in Japan waren bislang nicht öffentlich bekannt.

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