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Ukrainische Drohnen treffen Moskauer Raffinerie und stoppen Betrieb

Ein Angriff auf die Gazprom-Neft-Raffinerie in Moskau beschädigt 53 Prozent der Kapazität und verschärft Russlands Kraftstoffkrise.

Ukrainische Drohnen treffen Moskauer Raffinerie und stoppen Betrieb

Ein ukrainischer Drohnenangriff hat am Dienstag einen Brand in der größten Kraftstoffraffinerie der Region Moskau ausgelöst. Zwei Brancheninsider bestätigten gegenüber Reuters, dass der Betrieb in der Gazprom-Neft-Anlage im Südosten Moskaus daraufhin eingestellt wurde. Der Angriff beschädigte eine primäre Verarbeitungsanlage, die 53 Prozent der Gesamtkapazität des Werks ausmacht.

Von Reuters verifiziertes Videomaterial von Augenzeugen zeigte einen heftigen Brand und dichten schwarzen Rauch, der nach dem Angriff von der Raffinerie aufstieg. Lokale Rettungsdienste erklärten zwar, das Feuer sei gelöscht worden und habe den Betrieb nicht beeinträchtigt – doch die anonym sprechenden Branchenquellen widersprachen dieser Darstellung ausdrücklich. Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin bestätigte lediglich, dass eine Anlage auf dem Gelände beschädigt worden sei, ohne weitere Details zu nennen.

Das betroffene Moskauer Werk ist kein unbekanntes Ziel: Die Raffinerie wurde bereits mehrfach angegriffen. Im Jahr 2024 verarbeitete sie laut den letzten verfügbaren Daten 11,6 Millionen Tonnen Öl und produzierte dabei 2,9 Millionen Tonnen Benzin sowie 3,2 Millionen Tonnen Diesel. Gazprom Neft reagierte nicht auf eine Anfrage zur Stellungnahme.

Ukraine intensiviert Angriffe auf russische Raffinerien

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, die Moskauer Raffinerie sei aus einer Entfernung von 500 Kilometern getroffen worden. „Dies ist eine gerechte Antwort auf die russischen Angriffe – und auf die Verschleppung eines Krieges, der beendet werden muss", schrieb er auf der Plattform X. Selenskyj nahm zum Zeitpunkt des Angriffs am G7-Gipfel in Frankreich teil, wo er gegenüber US-Präsident Donald Trump und europäischen Verbündeten für mehr Unterstützung warb.

Die ukrainische Strategie, russische Raffinerien gezielt anzugreifen, hat sich seit Anfang 2026 intensiviert. Laut offiziellen Daten, sozialen Medien und Berechnungen von Reuters haben sich die Angriffe auf Raffinerien seit diesem Zeitpunkt verdoppelt. Die Folge: vollständige oder teilweise Stilllegungen der Ölverarbeitung sowie ein spürbarer Rückgang der Benzin-, Diesel- und Kerosinproduktion in Russland.

Tatneft führt landesweite Kaufbeschränkungen ein

Parallel zum Angriff auf Moskau meldete der russische Ölproduzent Tatneft – Russlands fünftgrößter Ölkonzern und drittgrößter Raffineriebetreiber – landesweite Obergrenzen für Kraftstoffkäufe an seinen Tankstellen. Hintergrund ist ein Drohnenangriff auf die TANECO-Raffinerie von Tatneft in Tatarstan vom 12. Juni, nach dem das Unternehmen die Rohölverarbeitung einstellte. Tatneft ist damit der erste Einzelhändler, der solche Beschränkungen russlandweit umsetzt.

Eine Tatneft-Tankstelle im Bezirk Serpuchow südlich von Moskau begrenzte den Verkauf laut einem Reuters-Zeugen auf 20 Liter Benzin oder 40 Liter Diesel pro Fahrzeug und akzeptierte ausschließlich Bargeld. Auch auf der Krim und in der südrussischen Region Krasnodar bildeten sich lange Schlangen von Autofahrern. Die Krim gehört zu den Regionen, in denen bereits in diesem Monat Beschränkungen für den Kraftstoffverkauf eingeführt wurden.

Die innenpolitischen Folgen der Angriffe sind spürbar. Das russische Energieministerium versuchte am Montag, Landwirte zu beruhigen, dass für die kritische Sommererntesaison ausreichend Kraftstoffvorräte zur Verfügung stünden. Auch in der russisch kontrollierten Region Donezk in der Ostukraine war das Angebot knapp: Einige Tankstellen in der Stadt Donezk hatten am Dienstag keinen Kraftstoff, während Autofahrer an anderen bis zu drei Stunden warteten. „Alle sagen, dass die Drohnen die Raffinerien treffen und nichts mehr bei uns ankommt", sagte eine Autofahrerin namens Darja gegenüber Reuters.

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