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Ukraine vor härtesten Winterwochen: Energiekrise verschärft sich dramatisch

Temperaturen unter minus 20 Grad und beschädigte Infrastruktur bringen Millionen Ukrainer in Bedrängnis.

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Ukraine vor härtesten Winterwochen: Energiekrise verschärft sich dramatisch

Die Ukraine steht vor den härtesten drei Wochen dieses Winters. Während die Temperaturen in der Nord- und Ostukraine auf unter minus 20 Grad Celsius fallen werden, kämpft das Land mit den Folgen massiver russischer Angriffe auf seine Energieinfrastruktur. Millionen Menschen sind ohne ausreichende Strom- und Wärmeversorgung.

Andriy Gerus, Leiter des parlamentarischen Energieausschusses, warnte im nationalen Fernsehen vor den kommenden Wochen. "Die schlechte Nachricht ist, dass es tatsächlich Frost geben wird, und es wird schwierig", erklärte der hochrangige Gesetzgeber. Nach drei Wochen soll sich die Lage jedoch entspannen, wenn die Temperaturen wieder steigen und die längeren Tage mehr Solarstrom ermöglichen.

In der Hauptstadt Kiew sind die Auswirkungen besonders drastisch. Die letzten russischen Raketen- und Drohnenangriffe im Januar ließen rund eine Million Menschen ohne Strom zurück. Etwa 6.000 Mehrfamilienhäuser verloren ihre Heizung. Trotz wochenlanger Reparaturarbeiten fehlt in etwa 700 Gebäuden weiterhin die Wärmeversorgung. Energieminister Denys Schmyhal berichtete, dass 610.000 Kiewer Haushalte nach wie vor ohne Strom sind.

Systematische Angriffe auf Energiesektor

Die Attacken auf Kraftwerke, das Übertragungssystem und den Gassektor sind seit Beginn der russischen Invasion im Februar 2022 ein zentrales Element der Kriegsführung. Moskau gibt offiziell an, damit die Kampffähigkeit der Ukraine untergraben zu wollen. Großstädte wie Kiew, Charkiw, Tschernihiw und Sumy werden regelmäßig ins Visier genommen, was zu Stromrestriktionen für die Industrie und Ausfällen für Verbraucher führt.

Der Chef von DTEK, dem größten privaten Stromerzeuger der Ukraine, warnte vergangene Woche vor einer "humanitären Katastrophe". Er forderte einen Waffenstillstand bei Angriffen auf Energieanlagen. Die Ukraine selbst hat als Gegenmaßnahme russische Ölverarbeitungsanlagen angegriffen, um die staatlichen Einnahmen zur Kriegsfinanzierung zu reduzieren.

Massive Stromlücke trotz Solarausbau

Präsident Wolodymyr Selenskyj bezifferte das Ausmaß der Energiekrise: Das beschädigte System deckt in diesem Winter nur 60 Prozent des Strombedarfs. Die Stromerzeugungskapazität liegt bei 11 Gigawatt, der Bedarf jedoch bei 18 Gigawatt. Die Ukraine hat 2025 rund 1,5 Gigawatt neue Solarkapazität in Betrieb genommen. Die gesamte installierte Solarkapazität überschreitet mit 8,5 Gigawatt erstmals die Kapazität der drei unter ukrainischer Kontrolle stehenden Kernkraftwerke von 7,7 Gigawatt.

Dennoch bleibt die Lage kritisch. Maximale Stromimporte aus EU-Ländern, kombiniert mit Stromabschaltungen in ganzen Regionen, ermöglichen es dem System gerade noch, im Gleichgewicht zu bleiben. DTEK teilte mit, dass in der Hauptstadt ab Mitternacht erstmals seit Wochen wieder ein Zeitplan für Stromabschaltungen eingeführt werden konnte – ein kleiner Fortschritt in einer dramatischen Situation.

Die kommenden drei Wochen werden zeigen, ob die Ukraine die Kombination aus extremer Kälte und beschädigter Infrastruktur bewältigen kann. Für Millionen Menschen geht es um die grundlegende Versorgung mit Licht und Wärme mitten im härtesten Winter seit Jahren.

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