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UK-Baugewerbe meldet stärksten Kostenanstieg seit 1997

Der britische Bau-PMI verzeichnet den höchsten Einkaufspreisanstieg seit Beginn der Datenerhebung – Lieferketten unter Druck.

UK-Baugewerbe meldet stärksten Kostenanstieg seit 1997

Der S&P Global Einkaufsmanagerindex (PMI) für das britische Baugewerbe hat im März einen historischen Sprung bei der Kosteninflation verzeichnet. Der Teilindex für Einkaufspreise stieg von 59,5 im Februar auf 70,5 – der stärkste Anstieg seit Beginn der Datenerhebung im Jahr 1997. Gleichzeitig markiert dieser Wert den höchsten Stand seit November 2022.

Die Kostenlage im britischen Bausektor spiegelt einen breiteren Trend wider. Britische Industrieunternehmen meldeten in der vergangenen Woche den stärksten Anstieg der Kostenbelastung im Monatsvergleich seit Oktober 1992. Der Druck auf die Lieferketten verschärfte sich zudem, da Störungen in der Straße von Hormus zu Lieferverzögerungen führten – die Lieferkettenleistung verschlechterte sich damit zum ersten Mal seit Mitte 2025.

Hauptindex bleibt unter Wachstumsschwelle

Trotz der alarmierenden Kostendaten zeigt der Hauptindex von S&P Global für den Bausektor eine leichte Erholung. Er stieg von 44,5 im Februar auf 45,6 im März – bleibt damit jedoch den 15. Monat in Folge unter der Wachstumsschwelle von 50,0. Ein Wert unter 50 signalisiert eine Schrumpfung der Aktivität, was die anhaltende Schwäche des britischen Bausektors unterstreicht.

Die Auftragseingänge für Bauunternehmen sanken so schnell wie seit November des Vorjahres nicht mehr. Auch die jüngste Erholung der Geschäftserwartungen für die künftige Produktion schwächte sich ab. Die jüngsten offiziellen Baudaten hatten für Januar zwar einen Anstieg der Produktion um 0,2 % gezeigt – nach einem Rückgang von 2 % im Schlussquartal 2025 –, doch die strukturellen Herausforderungen bleiben bestehen.

Tim Moore, Economics Director bei S&P Global Market Intelligence, wies auf einzelne positive Signale hin. Einige Unternehmen hätten eine Trendwende bei Infrastrukturprojekten gemeldet, insbesondere im Energiesektor. Der kurzfristige Ausblick für die Branche insgesamt bleibe jedoch herausfordernd.

Gesamtwirtschaft unter Druck

Die Probleme beschränken sich nicht auf den Bausektor. Der sektorübergreifende Einkaufsmanagerindex – der Industrie- und Dienstleistungsunternehmen umfasst – fiel von 52,9 im Februar auf 49,9 im März und erreichte damit den niedrigsten Stand seit September des Vorjahres. Dieser Wert liegt nun ebenfalls unter der Wachstumsschwelle von 50,0, was auf eine Kontraktion der britischen Gesamtwirtschaft hindeutet.

Als Belastungsfaktoren nennen Unternehmensführer ein Bündel an Herausforderungen: steigender Inflationsdruck, trübe Konjunkturaussichten sowie höhere Finanzierungskosten. Hinzu kommen die Auswirkungen des Krieges im Iran, der laut den befragten Unternehmen ähnliche Störungen in der Lieferkette verursacht wie im Bausektor. Für deutsche Anleger und Beobachter verdeutlichen diese Daten, wie geopolitische Spannungen und Lieferkettenprobleme die europäischen Volkswirtschaften weiterhin belasten.

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