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UFO ruft zum Streik: Lufthansa-Aktie gerät unter Druck

Flugbegleitergewerkschaft UFO legt Lufthansa und Cityline am Freitag lahm – Tausende Passagiere betroffen, Aktie gibt nach.

UFO ruft zum Streik: Lufthansa-Aktie gerät unter Druck

Die Flugbegleitergewerkschaft UFO hat die Kabinenbeschäftigten der Kernmarke Lufthansa sowie der Zubringergesellschaft Cityline für Freitag, den 10. April, zu einem eintägigen Streik aufgerufen. Der Arbeitskampf soll von 00.01 Uhr bis 22.00 Uhr andauern und trifft die beiden wichtigsten deutschen Lufthansa-Drehkreuze Frankfurt und München. Zahlreiche Fluggäste müssen mit Flugausfällen rechnen.

Parallel dazu sollen die Kabinenbeschäftigten der Cityline an insgesamt neun deutschen Flughäfen die Arbeit niederlegen. Betroffen sind laut UFO alle Abflüge von Frankfurt, München, Hamburg, Bremen, Stuttgart, Köln, Düsseldorf, Berlin und Hannover. Hintergrund: Ende März hatte die große Mehrheit der Gewerkschaftsmitglieder nach gescheiterten Verhandlungen in einer Urabstimmung für Streikmaßnahmen votiert.

Im Kern geht es um zwei separate Konflikte: Einerseits fordern die rund 19.000 Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter bei Lufthansa verbesserte Arbeitsbedingungen – darunter bessere Planbarkeit der Einsätze und längere Kündigungsfristen. Andererseits streiten die rund 800 Beschäftigten der vor der Schließung stehenden Cityline um einen angemessenen Sozialplan. In beiden Punkten habe sich die Arbeitgeberseite bislang nicht bewegt, so die Gewerkschaft.

Scharfe Kritik von UFO-Chef Vázquez Bürger

UFO-Vorsitzender Joachim Vázquez Bürger machte die Lufthansa klar für die Eskalation verantwortlich: „Diese Situation wäre vermeidbar gewesen – die Verantwortung liegt bei der Lufthansa, die es bislang nicht einmal geschafft hat, ein verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen." Er ergänzte: „Wenn sich die Arbeitgeberseite nicht bewegt, müssen wir sie dazu bewegen."

Gleichzeitig zeigte sich der Gewerkschaftschef um die betroffenen Reisenden besorgt. Die Osterfeiertage habe man bewusst von Streikmaßnahmen ausgenommen, um die Auswirkungen so gering wie möglich zu halten. Dass es nun dennoch zu Beeinträchtigungen beim Rückreiseverkehr kommen könne, bedauere man ausdrücklich, so Vázquez Bürger.

Lufthansa wies die Verantwortung zurück und forderte die Gewerkschaft zur Rückkehr an den Verhandlungstisch auf. „Tragfähige Lösungen können nur im Dialog gefunden werden, Streiks müssen stets das letzte Mittel bleiben", hieß es in einer Mitteilung vom Mittwochabend. Der Konzern betonte zudem, jederzeit gesprächsbereit zu sein. Betroffene Kundinnen und Kunden würden automatisch über Flugausfälle informiert.

Aktie unter Druck – nach starkem Handelstag

Für Anleger ist der Streik ein weiteres Belastungssignal. Die Lufthansa-Aktie notierte nachbörslich auf der Handelsplattform Tradegate rund ein Prozent im Minus gegenüber dem Xetra-Schluss. Dabei hatte das Papier im regulären Handel zur Wochenmitte noch mehr als zehn Prozent zugelegt – ausgelöst durch die vereinbarte Waffenruhe im Irankrieg.

Es ist nicht der erste Arbeitskampf in diesem Jahr. Bereits Mitte Februar hatten UFO und die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit die Lufthansa am selben Tag bestreikt, was zu massiven Flugausfällen führte. Mitte März legten die Piloten erneut für zwei Tage die Arbeit nieder. Auch dieser Tarifkonflikt ist weiterhin ungelöst. Für Privatanleger bleibt die Aktie damit ein Papier mit erhöhter Unsicherheit – operative Störungen und anhaltende Tarifkonflikte belasten die Planbarkeit des Konzerns.

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