UBS: Warum Rohstoffe als Anlageklasse wieder attraktiver werden
Das Anlegerinteresse an Rohstoffen erreicht ein Mehrjahreshoch – UBS liefert zehn zentrale Erkenntnisse zur Anlageklasse.

Das Interesse der Anleger an Rohstoffen befindet sich laut UBS auf einem Mehrjahreshoch. Die Schweizer Großbank hat diese Woche einen umfassenden Bericht mit zehn zentralen Erkenntnissen zum Investieren in Rohstoffe veröffentlicht. Darin beleuchtet sie die grundlegende Funktionsweise dieser Anlageklasse, den Portfolioaufbau sowie verhaltensökonomische Fallstricke, auf die Anleger achten sollten.
Mehrere Faktoren haben dazu beigetragen, dass Rohstoffe neu bewertet werden. Ein erhöhtes Inflationsrisiko, der geopolitische Wettbewerb um Schlüsselressourcen, ein wachsendes Interesse an der Realwirtschaft sowie Sorgen über die abnehmenden Diversifikationsvorteile von Anleihen stehen dabei im Vordergrund. Für viele Anleger stellt sich damit die Frage, ob und wie Rohstoffe ins Portfolio gehören.
Die vier zentralen Anlageargumente im Check
Die UBS analysiert vier häufig genannte Argumente für ein Rohstoff-Investment und gibt zu jedem ein differenziertes Urteil ab: Diversifikation, Inflationsschutz, Absicherung gegen Kursverluste (Downside Protection) und Renditesteigerung.
Beim Thema Diversifikation stellt die Bank fest, dass Rohstoffe historisch gesehen aufgrund ihrer geringen Korrelation mit Aktien und Anleihen Vorteile geboten haben – insbesondere dann, wenn sich diese beiden Anlageklassen im Gleichklang bewegten. Gleichzeitig warnt die UBS jedoch, dass „diese Beziehungen in Phasen von Marktabschwüngen schwächer werden können". Der Diversifikationseffekt ist also nicht in jeder Marktlage zuverlässig.
Beim Inflationsschutz ergibt sich ein ähnlich differenziertes Bild. Rohstoffe haben historisch gesehen Schutz vor Inflation geboten, doch ein breites Engagement kann in Phasen moderater oder sinkender Inflation hinterherhinken. Anleger sollten diesen Aspekt daher nicht als Allheilmittel betrachten.
Das Argument der Absicherung gegen Kursverluste wird von der UBS ebenfalls eingeschränkt bewertet. Gold hat laut der Bank zuverlässigere defensive Eigenschaften gezeigt, während Energieträger zur Absicherung gegen Angebotsschocks beitragen können. Der allgemeine Schutz vor Kursverlusten durch Rohstoffe als Gesamtklasse sei jedoch unbeständig. Eine mögliche Renditesteigerung hängt zudem stark von der ursprünglichen Allokation und dem betrachteten Zeitraum ab – die Rollrendite bei Futures-Kontrakten wird als sehr volatil beschrieben.
Empfohlene Allokation und Umsetzung
Für Anleger, die ein Rohstoff-Engagement anstreben, hält die UBS eine Allokation im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich für angemessen. Voraussetzung ist, dass Anleger bereit sind, Phasen einer Underperformance im Austausch für Diversifikation und Inflationssensitivität in Kauf zu nehmen.
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Zur AktienanalyseBei der konkreten Umsetzung empfiehlt die Bank „ein diversifiziertes, regelmäßig neu gewichtetes Portfolio aus Rohstoff-Futures" als „einfachsten Weg, um von den breiten Vorteilen zu profitieren". Gezielte Einzelpositionen könnten zwar nützlich sein, brächten jedoch eine höhere Volatilität und Ausführungsrisiken mit sich, so die UBS.
Ein weiterer wichtiger Aspekt betrifft die Frage, aus welchem Portfolioteil die Rohstoff-Allokation finanziert werden soll. Laut UBS stabilisiert eine Finanzierung aus Anleihen die Portfoliovolatilität besser, erhöht aber das Disinflationsrisiko. Bei einer aktienfinanzierten Allokation verhält es sich umgekehrt. Anleger müssen hier also bewusst abwägen, welches Risikoprofil sie bevorzugen.
Zusammenfassend hält die UBS fest, dass Rohstoffe „historisch gesehen Diversifikation und gewisse Inflationsschutzeigenschaften geboten haben, wenngleich beide mit Einschränkungen verbunden sind". Anleger sollten sich zudem auf längere Phasen einer Underperformance einstellen – ein Hinweis, der besonders für langfristig orientierte Privatanleger relevant ist.


