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UBS warnt: Nostalgie ist keine Anlagestrategie

Der Chief Investment Officer von UBS Global Wealth Management, Mark Haefele, rät Anlegern dringend von einer rückwärtsgewandten Haltung ab. In einer zunehmend fragmentierten Weltordnung sei Diversifizierung der Schlüssel zum Erfolg.

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UBS warnt: Nostalgie ist keine Anlagestrategie

Der Schweizer Vermögensverwalter UBS warnt Investoren eindringlich davor, an alten Gewissheiten festzuhalten. "Nostalgie für die alte internationale Ordnung ist keine Anlagestrategie", schreibt Mark Haefele, Chief Investment Officer von UBS Global Wealth Management, in seinem aktuellen Monatsbrief. Die Aussage lehnt sich an eine Rede des kanadischen Premierministers Mark Carney beim Weltwirtschaftsforum in Davos an.

Die geopolitische Landschaft verändert sich grundlegend. Die "Donroe-Doktrin" der US-Regierung, angespannte Beziehungen zwischen China und Japan, Gewalt im Iran sowie NATO-Spaltungen bezüglich Grönland und der Ukraine prägen eine neue Ära. Haefele sieht darin den Trend zu geopolitischen Blöcken, die nach größerer strategischer Autonomie streben.

Trotz Turbulenzen optimistisch für Aktien

Dennoch bleibt UBS für die Aktienmärkte zuversichtlich. Das Bankhaus prognostiziert für den S&P 500 einen Anstieg auf 7.700 Punkte bis Jahresende – ausgehend vom aktuellen Stand von 6.876 Punkten. Für 2026 erwartet UBS ein Gewinnwachstum pro Aktie von 12 Prozent. Globale Aktien sollen bis Ende 2026 um über 10 Prozent zulegen.

Allerdings verlief die jüngste Aktienrallye sehr konzentriert. Die sogenannten "AI7" – NVIDIA, Broadcom, AMD, Micron, Alphabet, Amazon und Microsoft – legten über drei Jahre um rund 200 Prozent zu. Das entspricht etwa dem Fünffachen des Zuwachses des restlichen S&P 500.

KI-Investitionen erreichen neue Dimension

UBS erwartet eine Verschiebung der Marktführerschaft von Halbleiterherstellern hin zu Unternehmen, die KI-Lösungen direkt an Verbraucher und Firmen verkaufen. Die globalen Investitionsausgaben für Künstliche Intelligenz dürften von 2025 bis 2030 mit einer durchschnittlichen jährlichen Rate von 25 Prozent steigen und jährlich 1,3 Billionen Dollar erreichen.

Ein deutliches Signal kommt vom Ramp AI Index, der US-Unternehmen mit bezahlten KI-Abonnements misst. Im Dezember kletterte der Index auf 47 Prozent – eine Verdopplung gegenüber dem Vorjahr. Dies zeigt die rasant wachsende kommerzielle Nutzung von KI-Technologien.

Staatliche Eingriffe als Risikofaktor

Als kurzfristiges Risiko identifiziert UBS mögliche staatliche Interventionen, insbesondere im Bereich der Erschwinglichkeit. Eine Politico-Umfrage Ende 2025 ergab, dass 56 Prozent der Amerikaner die hohen Lebenshaltungskosten als wichtigstes Thema betrachten.

Allerdings besitzen laut Gallup-Umfrage 62 Prozent der amerikanischen Haushalte Aktien. UBS geht daher davon aus, dass die Regierung breit marktnegative Maßnahmen vermeiden wird. Die Äußerungen von Präsident Trump in Davos, die eher auf Maßnahmen des Kongresses zur Begrenzung von Kreditkartenzinsen statt auf Durchführungsverordnungen hindeuteten, signalisieren einen begrenzten Appetit auf Interventionen.

Fazit: Diversifizierung statt Nostalgie

Für deutsche Anleger bedeutet die UBS-Analyse: Breite Diversifizierung über verschiedene Sektoren und Regionen hinweg wird in einer fragmentierten Weltordnung wichtiger denn je. Die Konzentration auf wenige Tech-Giganten birgt Risiken, während die kommerzielle Nutzung von KI neue Chancen eröffnet.

UBSAnlagestrategieS&P 500Künstliche IntelligenzDiversifizierung

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