UBS stuft Orkla auf „Sell" herab und senkt Kursziel
Kosteninflation, schwache Konsumnachfrage und Druck auf Jotun-Gewinne belasten den norwegischen Konsumgüterkonzern erheblich.

Die Analysten der UBS haben ihre Einstufung für den norwegischen Konsumgüterkonzern Orkla von „Neutral" auf „Sell" herabgestuft. Gleichzeitig senkten sie das 12-Monats-Kursziel deutlich von 130 auf 89 Norwegische Kronen. Gegenüber dem letzten Schlusskurs von 103,10 Norwegischen Kronen entspricht dies einem Abwärtspotenzial von rund 14%.
Als Hauptgründe für die pessimistischere Einschätzung nennt die UBS eine steigende Kosteninflation, ein verlangsamtes Umsatzwachstum sowie zunehmenden Druck auf die Gewinne des assoziierten Unternehmens Jotun. Das Brokerhaus warnt, dass diese Faktoren das Ergebnis von Orkla in den nächsten zwei Jahren erheblich belasten könnten.
Gegenwind durch höhere Kosten und schwache Verbrauchernachfrage
Die UBS beschreibt, dass Orkla einem „zunehmenden Gegenwind" ausgesetzt sei. Konkret nennt die Bank höhere Fracht-, Verpackungs- und Energiekosten sowie eine schwächere Verbrauchernachfrage in ganz Europa. Die schwächere Konsumstimmung erschwere es dem Unternehmen, gestiegene Inputkosten durch Preiserhöhungen an die Kunden weiterzugeben.
Die Bank erwartet, dass die konsolidierten Portfoliomargen von Orkla zwischen 2025 und 2027 um etwa 90 Basispunkte schrumpfen werden. Allerdings merkt die UBS an, dass dieser Rückgang weniger gravierend ausfallen dürfte als der Inflationsschock der Jahre 2021 bis 2022. Dennoch sieht die Bank Orkla aufgrund geringerer Preismacht und dünnerer Margen als anfälliger für Inflationsdruck als viele Konkurrenten.
Jotun als zusätzlicher Belastungsfaktor
Ein besonderes Augenmerk legt die UBS auf Jotun, den Farben- und Beschichtungshersteller, an dem Orkla beteiligt ist. Jotun trägt rund 30% zum Nettoergebnis von Orkla bei und ist damit ein wesentlicher Gewinntreiber des Konzerns. Die UBS prognostiziert, dass der Gewinnbeitrag von Jotun im Jahr 2026 um 14% und im Jahr 2027 um weitere 6% sinken wird.
Als Ursachen für den erwarteten Rückgang bei Jotun nennen die Analysten Lieferkettenunterbrechungen, steigende Energiekosten sowie den anhaltenden Nahostkonflikt, der die Margen des Unternehmens unter Druck setzt. Diese externe Belastung verstärkt den ohnehin schwierigen Ausblick für den Gesamtkonzern.
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Zur AktienanalyseGewinnschätzungen deutlich gesenkt
Die UBS hat ihre Schätzungen für den Gewinn je Aktie von Orkla für die Jahre 2026 und 2027 um 7% beziehungsweise 15% gesenkt. Als Gründe werden ein schwächeres organisches Umsatzwachstum, eine höhere Kosteninflation sowie ungünstige Wechselkurseffekte durch eine stärkere Norwegische Krone angeführt.
Beim organischen Umsatzwachstum erwartet die UBS für Orkla nun lediglich 2,9% im Jahr 2026 und 2,7% im Jahr 2027. Damit würde das Unternehmen hinter dem Wachstumstempo größerer europäischer Wettbewerber wie Nestlé und Danone zurückbleiben. Dies unterstreicht die strukturelle Herausforderung, vor der Orkla im europäischen Konsumgütermarkt steht.


