UBS stuft Legal & General auf „Sell" herab trotz höherem Kursziel
Die Schweizer Großbank sieht wachsende Risiken beim britischen Finanzdienstleister und warnt vor einer zu hohen Bewertung.

Die UBS hat ihre Empfehlung für die Aktie der Legal & General Group von „Neutral" auf „Sell" gesenkt. Gleichzeitig hebt die Schweizer Großbank das Kursziel für den britischen Finanzdienstleister von 260 Pence auf 280 Pence an. Diese auf den ersten Blick widersprüchlich erscheinende Kombination spiegelt die differenzierte Einschätzung der Analysten wider: Das Unternehmen selbst entwickelt sich, doch die aktuelle Bewertung an der Börse lässt aus Sicht der UBS zu wenig Sicherheitspuffer.
Im Kern der Analyse steht die Einschätzung, dass Legal & General angesichts wachsender Risiken unter verstärkte Beobachtung geraten könnte. Die Analysten begründen ihre vorsichtige Haltung mit der hohen Bewertung der Aktie im Verhältnis zu den prognostizierten Erträgen. Für Anleger bedeutet dies: Selbst wenn das Unternehmen operativ auf Kurs bleibt, erscheint das aktuelle Kursniveau aus Sicht der UBS nicht mehr attraktiv.
Kapitalrendite als zentraler Bewertungsmaßstab
Ein wesentlicher Faktor in der UBS-Analyse ist die prognostizierte Kapitalrendite. Die Schweizer Bank erwartet für Legal & General im Jahr 2028 eine Kapitalrendite von rund 7,5 Prozent. Diese Kennzahl – im Englischen als „Return on Capital" bekannt – misst, wie effizient ein Unternehmen das eingesetzte Kapital seiner Aktionäre verzinst. Eine Rendite von 7,5 Prozent gilt im Finanzdienstleistungssektor als solide, rechtfertigt nach Einschätzung der UBS jedoch nicht die derzeit aufgerufene Bewertung der Aktie.
Legal & General ist einer der größten britischen Finanzkonzerne und im Bereich Versicherungen, Vermögensverwaltung und Altersvorsorge tätig. Das Unternehmen ist im FTSE 100 gelistet und gilt traditionell als Dividendentitel, der bei einkommensorientierten Anlegern beliebt ist. Die Aktie wird in Pence gehandelt, was für deutsche Anleger eine Umrechnung in Euro erfordert.
Sell-Rating trotz angehobenem Kursziel – was steckt dahinter?
Das gleichzeitige Anheben des Kursziels bei einer Herabstufung auf „Sell" ist kein Widerspruch, sondern eine gängige Praxis im Analystengeschäft. Das neue Kursziel von 280 Pence spiegelt die aktualisierte fundamentale Bewertung des Unternehmens wider. Da der aktuelle Aktienkurs aus Sicht der UBS jedoch über diesem fairen Wert liegt oder die Risikoprämie zu gering ausfällt, empfehlen die Analysten dennoch den Verkauf der Aktie.
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Zur AktienanalyseFür deutsche Privatanleger, die britische Aktien im Depot halten oder eine Investition in Legal & General erwägen, liefert diese Analyse einen wichtigen Hinweis: Selbst bei positiver Unternehmensentwicklung kann eine zu ambitionierte Bewertung das Renditepotenzial begrenzen. Die UBS-Einschätzung unterstreicht die Bedeutung einer sorgfältigen Bewertungsanalyse neben der reinen Unternehmensbetrachtung.
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