UBS stuft Industriemetalle hoch und reduziert Energie-Allokation
Die Schweizer Großbank UBS schichtet ihr Rohstoffportfolio um und setzt verstärkt auf Industriemetalle statt Energie.

Die UBS hat ihre Allokation für Industriemetalle von „Moderately Overweight" auf „Overweight" angehoben. Gleichzeitig stufte die Schweizer Großbank ihre Positionierung im Energiesektor von „Overweight" auf „Moderately Overweight" zurück. Diese Portfolioumschichtung signalisiert eine klare strategische Neuausrichtung im Rohstoffbereich.
Die UBS-Strategen unter der Leitung von Giovanni Staunovo sehen im jüngsten Rückgang der Basismetallpreise eine Kaufgelegenheit. Sie begründen die Höherstufung mit einem knappen Angebot und einer starken strukturellen Nachfrage bei den meisten Metallen. „Ein stetiger Anstieg der Nachfrage aus den Schwellenländern, die weltweiten Bemühungen zur Erreichung von Netto-Null-CO2-Emissionen, der Klimawandel und strukturelle Unterinvestitionen in fast allen Sektoren dürften die Rohstoffpreise in den kommenden Jahren stützen", schreiben die Strategen in einer aktuellen Mitteilung. Gleichzeitig warnen sie, dass „die kurzfristige Volatilität angesichts der Unsicherheit über Zölle und der Risiken für das Wirtschaftswachstum anhalten könnte".
Energie: Risikomanagement als Treiber der Rückstufung
Im Energiesektor erwartet die UBS zwar weiterhin, dass die Wiedereröffnung der Straße von Hormus und die Wiederaufnahme der Produktion Zeit in Anspruch nehmen werden – was den Ölmarkt knapp halten und die Preise stützen sollte. Dennoch sehen sich die Strategen durch den starken Preisverfall zu einer Reduktion der Allokation veranlasst. „Der starke Preisverfall veranlasst uns dazu, unsere Allokation aus Sicht des Risikomanagements zu reduzieren", heißt es in der Mitteilung. Die Entscheidung ist damit weniger eine fundamentale Neubewertung des Sektors als vielmehr eine Vorsichtsmaßnahme.
Bei Edelmetallen behält die UBS ihre Einschätzung „Moderately Overweight" bei. Der Sektor stand zuletzt unter Druck durch stärker als erwartet ausgefallene US-Wirtschaftsdaten, höhere Realrenditen, einen festeren US-Dollar und geringere Markterwartungen hinsichtlich einer taubenhaften Geldpolitik der US-Notenbank Federal Reserve. Strukturelle Stützen wie die Goldnachfrage der Zentralbanken, die Diversifizierung weg vom US-Dollar und globale Schuldenbedenken bleiben laut UBS jedoch intakt. Kurzfristig tendiere das Umfeld allerdings „immer noch eher in Richtung Konsolidierung".
Agrar und Vieh: La Niña und historisch knappe Bestände
Der Agrarsektor verbleibt auf „Moderately Overweight". Die UBS verweist dabei auf geopolitische Risiken, düngemittelbezogene Unsicherheiten sowie das Aufkommen des Wetterphänomens La Niña, das laut der Bank geringere durchschnittliche Mais- und Sojaerträge in Amerika begünstigt. Diese Faktoren verschieben das Preisrisiko nach oben.
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Zur AktienanalyseDie Einstufung für Lebendvieh (Livestock) wurde auf „Neutral" belassen. Saisonale Faktoren dürften den Preisen eine „Atempause" verschaffen, so die UBS. Dennoch deuten Daten des US-Landwirtschaftsministeriums auf anhaltend knappe Fundamentaldaten hin – darunter ein 75-Jahres-Tief bei der Zahl der US-Mutterkühe, was die langfristige Angebotslage strukturell stützt.
Insgesamt behält die UBS ihre positive Grundhaltung gegenüber Rohstoffen als Anlageklasse bei. Unterstützende makroökonomische Bedingungen und Rohstofftrendsignale deuteten weiterhin auf „ein attraktives Risiko-Rendite-Verhältnis" hin. Innerhalb ihres Sicherheitenportfolios hält die Bank zudem eine Untergewichtung von inflationsgeschützten US-Staatsanleihen (TIPS) aufrecht, kombiniert mit einer neutralen Durationseinschätzung und einer geringen Allokation in Risikoprämien-Strategien.


