UBS stuft Eurozonen-Aktien wegen Energieschock-Risiko auf Neutral herab
Die Großbank UBS senkt ihre Einstufung für Eurozonen-Aktien und warnt vor anhaltender Energieschock-Anfälligkeit der Region.

Die UBS hat ihre Einstufung für Eurozonen-Aktien im März auf „Neutral" herabgestuft. Als Hauptgrund nennt das Schweizer Brokerhaus die strukturelle Anfälligkeit der Region gegenüber einem anhaltenden Energieschock. Gleichzeitig senkte die Bank ihre Gewinnwachstumsprognose für die Eurozone für das Jahr 2026 von 7% auf 5%.
Trotz der Herabstufung hält die UBS an einem mittelfristig positiven Ausblick fest. Das Brokerhaus erwartet über zwei Jahre ein Gewinnwachstum von 20 bis 25% – nach einer Phase, die es selbst als „drei Jahre der Stagnation" beschreibt. „Das Hauptrisiko besteht daher eher in einer Verzögerung der Erholung als in einem erneuten Abschwung", heißt es im UBS-Bericht.
Für den Euro Stoxx 50, der am 23. April bei 5.887,06 Punkten schloss, legt die UBS ein Kursziel von 6.000 Punkten bis Juni 2026 und von 6.300 Punkten bis Dezember 2026 fest.
Hochstufungen für Schweizer Aktien und Gesundheitssektor
Parallel zur Herabstufung der Eurozonen-Aktien wertete die UBS mehrere andere Segmente auf. Schweizer Aktien und der europäische Gesundheitssektor wurden auf „Attractive" hochgestuft, nachdem beide Bereiche um mehr als 13% gegenüber dem Vorkriegsniveau gefallen waren. Auch der europäische Sektor für zyklische Konsumgüter erhielt eine Aufwertung auf „Attractive", nachdem ein Rückgang von rund 15% seit Jahresbeginn die Bewertungen in die Nähe der Tiefststände eines Jahrzehnts gedrückt hatte.
Innerhalb des Sektors für zyklische Konsumgüter zeigt die Endnachfrage nach Luxusgütern – die gemessen an der Marktkapitalisierung rund 40% des Sektors ausmachen – erste Anzeichen einer Stabilisierung. Automobilunternehmen, die etwa 20 bis 25% des Sektors repräsentieren, durchlaufen derweil umfassende Umstrukturierungen.
Innerhalb ihrer neutralen Gesamthaltung behält die UBS eine prozyklische Ausrichtung bei. Die Präferenzen des Hauses liegen auf folgenden Bereichen:
- IT
- Industrie
- Immobilien
- Deutschland
- Gesundheitswesen
- Zyklische Konsumgüter
Zudem hebt die UBS ihre Themen „European Leaders" und „Luxury & Lifestyles" als aktive CIO-Themen hervor.
Szenarien: Von 4.400 bis 7.100 Punkten
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Zur AktienanalyseDie UBS skizziert für den Euro Stoxx 50 bis Dezember 2026 ein breites Spektrum möglicher Entwicklungen. Im Aufwärtsszenario sehen die Analysten den Index bei 7.100 Punkten. Voraussetzung dafür wären eine rasche Normalisierung der Energieströme, ein Friedensabkommen zwischen Russland und der Ukraine, weitere Zinssenkungen sowie beschleunigte Strukturreformen – darunter höhere EU-Verteidigungsausgaben und Fortschritte bei einer Spar- und Investitionsunion.
Das Abwärtsszenario hingegen sieht das Ziel für Dezember 2026 bei lediglich 4.400 Punkten. Treiber wären in diesem Fall anhaltende Energieunterbrechungen, Enttäuschungen bei KI-Investitionen, eine erneute Eskalation des Handelskonflikts zwischen den USA und der EU, zunehmender Wettbewerb aus China oder eine Rückkehr politischer Unsicherheit in Europa.
Zum laufenden Berichtszyklus äußert sich die UBS zurückhaltend: Die Saison für das erste Quartal sei „wahrscheinlich zu früh, um eine Belebung des Wachstums zu zeigen". Eine Verbesserung der Dynamik wird jedoch im weiteren Jahresverlauf erwartet – sofern es keine weitere Eskalation im Nahen Osten gibt. Als kurzfristigen Fokus der Unternehmen identifiziert die UBS die Kostendisziplin zur Stützung der Margen, vor dem Hintergrund schleppender Nachfrage und Währungsgegenwind beim Umsatz.


