UBS steigert Gewinn um 80 Prozent – Handelssparte erzielt Rekordertrag
Marktturbulenzen und sinkende Credit-Suisse-Integrationskosten treiben den Quartalsgewinn der Schweizer Großbank auf 3,04 Milliarden Dollar.

Die UBS hat das erste Quartal 2026 mit einem beeindruckenden Ergebnis abgeschlossen. Der Nettogewinn der Schweizer Großbank stieg um 80 Prozent auf 3,04 Milliarden Dollar – und übertraf damit die Analystenerwartungen von 2,3 Milliarden Dollar deutlich. Als weltgrößter Vermögensverwalter für wohlhabende Privatkunden profitierte das Institut gleich von mehreren günstigen Faktoren gleichzeitig.
Besonders die Handelssparte glänzte: Sie erzielte einen Rekordertrag. Volatile Märkte – ausgelöst durch den Krieg im Nahen Osten sowie Sorgen rund um Künstliche Intelligenz im Software-Sektor – zwangen institutionelle Kunden dazu, ihre Portfolios aktiv umzuschichten, Risiken abzusichern und verstärkt zu handeln. Davon profitierte die UBS ebenso wie die großen US-Investmentbanken.
„Wir erzielten ein ausgezeichnetes Finanzergebnis und sind nach wie vor auf gutem Weg, unsere finanziellen Ziele für 2026 zu erreichen", erklärte Konzernchef Sergio Ermotti. Die bereinigte Rendite auf das harte Kernkapital (RoTE) lag im ersten Quartal bei 17,0 Prozent – und übertraf damit bereits das Jahresziel von 15 Prozent. Bis 2028 peilt die UBS sogar 18 Prozent ohne Bereinigungen an.
Alle vier Divisionen im Plus – Investmentbank vorne
Sämtliche Geschäftsbereiche der UBS trugen zum starken Ergebnis bei. Den größten Sprung verzeichnete die Investmentbank mit einem Ertragsplus von 67 Prozent. Besonders das Geschäft mit Aktien, Devisen und Zinsprodukten florierte. Auch im Kerngeschäft mit vermögenden Privatkunden legte die Bank kräftig zu: Das Global Wealth Management steigerte seinen Gewinn um rund ein Drittel.
Gleichzeitig sammelte die Vermögensverwaltungssparte netto 37 Milliarden Dollar an frischen Kundengeldern ein. Im wichtigen Markt Amerika gelang der UBS dabei eine bemerkenswerte Trendwende: Nach Abflüssen von knapp sechs Milliarden Dollar im Vorquartal flossen nun netto 5,3 Milliarden Dollar zu. Auch zu Beginn des zweiten Quartals sei die Kundenaktivität laut Ermotti robust geblieben.
Credit-Suisse-Integration schreitet voran – Stellenabbau geht weiter
Die Übernahme der Credit Suisse im Jahr 2023 war ein historisch einmaliger Vorgang: Erstmals wurden zwei global systemrelevante Banken zusammengeführt. Die Integrationskosten sanken im ersten Quartal spürbar, was das Ergebnis zusätzlich stützte. Der Personalbestand fiel von 103.177 Ende 2025 auf 101.594 Mitarbeiter – ein weiterer Schritt im laufenden Stellenabbau, der Experten zufolge noch zehntausende Jobs betreffen könnte.
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseTrotz der starken Zahlen gibt es einen bedeutenden Schatten: Der Streit mit der Schweizer Regierung über die künftige Kapitalausstattung der Bank. Bern will die Kapitalanforderungen für die einzige verbliebene Schweizer Großbank um 20 Milliarden Dollar erhöhen – als Konsequenz aus dem beinahe-Kollaps der Credit Suisse. Die UBS lehnt die Pläne ab, da sie Wettbewerbsnachteile gegenüber internationalen Rivalen und eine Gefährdung der Aktionärsausschüttungen befürchtet.
Aktienrückkäufe vorerst gesichert – Kapitalfrage bleibt offen
Kurzfristig hält die UBS an ihren Ausschüttungsplänen fest. Die Bank bestätigte, bis Ende Juli Aktien im Wert von drei Milliarden Dollar zurückzukaufen, mit der Absicht weiterer Rückkäufe bis Jahresende. Wie viel letztlich zurückgekauft wird, hängt jedoch auch vom Ausgang der Kapitalverhandlungen mit der Schweizer Regierung ab – ein Faktor, den Anleger im Blick behalten sollten.


